Landkreis Tirschenreuth
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Der demografische Wandel ist die größte Herausforderung für den öffentlichen Personennahverkehr, vor allem in ländlichen Regionen. Der Landkreis hat mit "Baxi" und "Der mim Board" ein Mittel dagegen.

Peter Zimmert stellt Vertretern der Busunternehmen, Baxi-Anbieter, des Landratsamtes und der Marketingagentur C3 die aktuelle Lage der Projekte "Baxi" und "Der mim Board" vor. Foto: pkrh

Erste Zwischenbilanz zogen jetzt die "Baxi"-Anbieter, Bus-Unternehmen und für den Öffentlichen Personennahverkehr Verantwortlichen Landkreis bei einem Gespräch im Gasthof "Goldener Anker". Peter Zimmert stellte die aktuelle Lage dar, besonders die Entwicklung der beiden Erfolgsmodelle "Baxi" und "Der mim Board".

Grund zur Einrichtiung des "Baxi" war 2014, dass die Daseinsvorsorge im Landkreis nicht mehr ausreichend gewährleistet werden konnte. "Durch Kürzungen in den Fahrtangeboten, war es nicht mehr allen Bürgern möglich, Ärzte, Apotheken oder Einkaufsmöglichkeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Auch die Angebote an den Wcohenenden oder zur Ferienzeiten waren wenig ausgeprägt.", so Zimmert.

Um diesen Missstand zu überwinden, führte der Landkreis schließlich das "Baxi" ein. Der Erfolg des mittlerweile allseits bekannten Anrufbussystems zeige, dass ausreichend Bedarf vorhanden sei. Besonders Senioren und Asylbewerber seien auf das umfassende Angebot angewiesen. "Die Zahl der Fahrgäste steigt stetig und die Fahrten werden laufend der Nachfrage angepasst."

Auch der Eventbus "Der mim Board", der die fehlenden Verbindungen an den Wochenenden zumindest zum Teil ersetzen soll, entwickelt sich seit seiner Einführung 2015 positiv. "Der Veranstalter kann sich beim Landratsamt melden, wann er, wie viele Busse braucht. Wir kümmern uns um die Organisation in Zusammenarbeit mit den Busunternehmen", erklärte Zimmert.

Waren im ersten Jahr noch 45 Busse im Einsatz, waren es 2016 schon 236. Tendenz steigend. Allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres waren 82 Busse gefragt. "Das Konzept geht auf", freute sich Landrat Wolfgang Lippert. Die Projekte ernteten auch bei den politisch Verantwortlichen im Kreistag durchwegs Lob. "Andere ländliche Regionen wollen ähnliche Vergleichsangebote einführen."

Doch man will sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Die Fahrpläne wurden überarbeitet, so dass anstelle eines großen Heftes dieses Jahr 17 verschiedene Broschüren für die einzelnen Verkehrsräume an die Haushalte herausgegeben wurden.

Eine weitere Neuerung ist "Vario 31", die erste Monatskarte für Senioren. Sie ergänzt die Sechserkarte für Senioren und ist um rund ein Drittel billiger als das reguläre Ticket. Außerdem wird in Zusammenarbeit mit der Marketingfirma C3 laufden an neuen Werbestrategien gearbeitet. Das Thema Kundeninformation steht dabei ganz oben auf der Agenda.

"Eine bessere Nutzung der sozialen Medien und die Einrichtung einer zentralen Auskunftsstelle sollen dabei helfen, die Menschen noch besser zu erreichen und zu informieren", so Zimmert. Außerdem sollen weitere Marktlücken genutzt werden, damit das Angebot noch besser auf die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden kann.