Prävention - Unterscheidung und Ansätze

Prävention ist definiert als Verhütung von Krankheiten durch Ausschaltung von Krankheitsursachen, durch Früherkennung und Frühbehandlung oder durch Vermeidung des Fortschreitens einer bestehenden Krankheit. Man unterscheidet z.B.

nach dem Zeitpunkt:

> Primärprävention, wenn noch keine Krankheit aufgetreten ist (z.B. Schutzimpfung, Ernährungserziehung in der Schule)

> Sekundärprävention, um Krankheiten möglichst frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können (z.B. Blutzuckeruntersuchungen)

> Tertiärprävention, um Krankheitsverschlechterungen oder Folgeerkrankungen zu vermeiden (z.B. Gewichtsreduktion, Koronarsport)

nach dem Ansatz:

> Medizinische Prävention, z.B. Schutzimpfung

> Verhaltensprävention, z.B. Rauerentwöhnung

> Verhältnisprävention, z.B. Jugendschutzgesetz

> Spezifität, z.B. Diabetes, Typ II

> Zielgruppe, z.B. Gesamtbevölkerung oder Risikogruppe

> Interventionsebene, z.B. im Wohnumfeld oder auf Landesebene


Ein Beispiel für die Vielfalt der möglichen Strategien in der Suchtprävention

 

 

Primärprävention

Sekundärprävention

 

 

drogen-
spezifisch

drogen-
unspezifisch 

drogen-
spezifisch

drogen-
unspezifisch 

Kommuni-
kative
Maßnahmen

Massen-
kommuni-
kation

Aufklärungs-
plakate

Allgemeine
Gesundheits-
tipps
im Kino

Film über einen
drogen-
gefährdeten
Jugendlichen 

Tipps in
Fernsehen, Rundfunk, Publikums-
zeitschriften bei
Gesundheits-
problemen 

 

Personale
Kommuni-
kation

Rollenspiel im
Unterricht
(Drogenangebote
ablehnen können)

Stärkung der Selbst-
sicherheit
Förderung der
Kommunikations-
fähigkeit,
Identitätsfindung

Therapeutische
Gruppen für
Gefährdete

Stärkung der Selbstsicherheit,
Förderung der
Kommunikations-
fähigkeit

Strukturelle
Maßnahmen

Sozialer
Nahraum

Einführung von
Drogen-
erziehung
als Unterrichts-
prinzip

Verbesserung der
Wohn-/Einkommens-
situation von unter-
privilgierten
Familien

Drogen
beratungs-
lehrer

Gründung von
Initiativgruppen
zur allgemeinen
Selbsthilfe

 

Kulturelle,
ökologische
Rahmen-
bedingungen

Generelles Werbeverbot für
Tabak und
Alkoholika,
Betäubungs-
mittelgesetz

Reduzierung
der Jugend-
arbeitslosigkeit

Erhöhung der
Strafen für
Händler
illegaler Drogen

Allgemeine
Anlaufstellen für
Gefährdete

BZgA - Prävention durch Angst
Tab. 1.3: Schematische Darstellung für Strategien und Maßnahmen der angewandten Drogenprävention (aus GRIGOLEIT; WENIG & HÜLLINGHORST; 1994)

(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 2001, S. 21)


Literatur:
1. BZgA (2001): Prävention durch Angst. Köln.
2. BZgA (2003): Leitbegriffe der Gesundheitförderung BZgA 2003)
3. Naidoo Jennie, Wills Jane (2003): Lehrbuch der Gesundheitsförderung. BZgA. Köln.
4. Sabo Peter (2003): Institutionalisierung von Prävention und Gesundheitsförderung.
    Prävention 1; Jg. 26, S. 7.
5. Trojan Alf, Legewie Heiner (2001): Nachhaltige Gesundheit und Entwicklung, Verlag für
    akademische Schriften. Frankfurt. (s. 26 ff).

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