Landkreis Tirschenreuth
A+
Ao
A-
b

In Nordbayern sind im Allgemeinen weniger Trinkwasservorräte vorhanden als in Südbayern. Dies liegt zum einen an den geringeren Jahresniederschlägen, zum anderen fehlen bei uns die ausgedehnten Lockergesteinsvorkommen, wie z.B. im südbayerischen Raum. Der Landkreis Tirschenreuth liegt überwiegend im kristallinen Grundgebirge - auch nordostbayerisches Grundgebirge genannt - und zählt somit zu den wasserarmen Gebieten in Bayern.

Bis vor wenigen Jahren erfolgte die Trinkwassergewinnung im Kristallin nahezu ausschließlich aus zahlreichen Quellen, die im Hangschutt bzw. in der Verwitterungskruste austreten. Dies wird besonders an den folgenden Zahlen deutlich: Von den 50 zentralen Wasserversorgungsanlagen (Wasserverbrauch > 1000 m3/Jahr)  im Landkreis Tirschenreuth wird das Trinkwasser aus über 300 Quellwasserfassungen und 28 Brunnenfassungen gewonnen. Zu dem Problem der oft stark ausgeprägten saisonalen Schüttungsschwankungen kommt bei den Quellfassungen aufgrund des relativ oberflächennahen Wassers auch das Problem der Trinkwasserqualität und damit der Schützbarkeit.

Die Quelleinzugsgebiete liegen überwiegend in Waldgebieten, einer normalerweise "heilen Welt". Im Landkreis Tirschenreuth sind insgesamt 74 Trinkwasserschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 54,4 km2 ausgewiesen. Eine hohe Trinkwassergüte, die Einhaltung strenger Grenzwerte, eine umfassende Überwachung der Trinkwasserqualität, Bau, kontinuierliche Pflege und Betrieb des Rohrnetzes... – das alles ist nicht zum Nulltarif zu haben. Trinkwasserqualität hat ihren Preis!