Landkreis Tirschenreuth
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Das Kreisjugendamt Tirschenreuth berät Eltern und Veranstalter zu Fragen des Jugendschutzes. Die Aufgaben erstrecken sich von präventiven Maßnahmen bis zur Kontrolle, insbesondere bei der Durchführung von öffentlichen Veranstaltungen, dem Umgang mit Alkohol, Tabakwaren oder sonstigen Suchtmitteln bis hin zum Jugendmedienschutz. Das Kreisjugendamt erteilt Genehmigungen für Veranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen oder ahndet Verstöße gegen Jugendschutzbelange.

Diskussionsstopper für Veranstalter von Festen

 

Die Einhaltung von Verordnungen und Gesetzen ist für jeden Veranstalter von Festen das A und O, wobei vor allem der Schutz von Jugendlichen im Vordergrund steht. Mit dem Diskussionsstopper des Kreisjugendamts Tirschenreuth, Gesundheitsamts Tirschenreuth und der Kriminalpolizei Weiden i.d. Opf. soll sich das Barpersonal in Zukunft problematische Diskussionen zwecks der Alkoholabgabe ersparen. Kaufwillige Jugendliche werden über die Abgabebeschränkungen des Jugendschutzgesetzes informiert und sollen verstehen, warum es genau hier keinen Alkohol für sie gibt.

Punkt. Aus. Ende der Diskussion.

Der Diskussionsstopper kann kostenlos für Veranstaltungen bei Jugendpflegerin Frau Sabine Frank (Tel.: 09631/88-284) angefordert werden. Auch in größerer Stückzahl erhältlich.

"Vom Starkbierfest bis zur Maiandacht" - Jugendschutz auf Festen

Kummer, Ärger und Stress sind nur einige Gründe für übermäßigen Alkoholkonsum. Besonderer Schutz gilt hierbei für Jugendliche. Für die Einhaltung der Verordnungen und Gesetze haben Veranstalter von Festen jede Menge Aufgaben.

Bereits bei der ersten Durchführung in Kemnath erzielte die Informationsveranstaltung „Vom Starkbierfest bis zur Maiandacht“ des Kreisjugendamtes, Gesundheitsamtes sowie der Kriminalpolizei Weiden große Resonanz. Mit knapp 100 Besuchern war auch zwei Tage später der Panoramasaal des Seenarios Tirschenreuth fast bis zum letzten Platz besetzt.

"Die Veranstaltung solle Hilfestellung leisten, um geplante Feste in Bezug auf die Vorschriften des Jugendschutzes möglichst reibungslos durchführen zu können und keines Falls abzuschrecken", so Jugendamtsleiter Emil Slany bei seinen begrüßenden Worten. Dies wurde ebenso von Jugendpflegerin Sabine Frank bei ihrer Begrüßung in Kemnath klargestellt. Sie führte die Anwesenden in Tirschenreuth anschließend fachlich in die Thematik ein und erklärte die Hintergründe der Begrenzung von Alkoholkonsum im jugendlichen Alter. So leide beispielsweise die Gehirnentwicklung beim Alkoholismus in jungen Jahren enorm. Unfälle und Gewaltdelikte nähmen unter Alkoholeinfluss altersunabhängig stark zu, wie es Theresia Schwarz vom Gesundheitsamt bereits bei der ersten Informationsveranstaltung schilderte.

Durch die Zielsetzung, Trinkgelegenheiten für Jugendliche in der Öffentlichkeit zu begrenzen, sowie einen verantwortungsvollen mit Umgang mit Alkohol zu erlernen und Missbräuche zu verhindern, könne dem entgegengewirkt werden. Das Jugendschutzgesetz dient hierbei als Richtschnur für Jugendliche, Eltern und Veranstalter, so Frank. "Risikoarmen Alkoholkonsum im Jugendalter gibt es nie“ so die Referentin.  
Gründe für reichlichen Alkoholkonsum sind oft die daraus erhofften Wirkungen wie der Abbau von Hemmungen oder Gefühlsbewältigung. Trinkfestigkeit stünde auch heute leider noch häufig für Männlichkeit und Stärke.

Deshalb sei eine gute Vorbereitung und umfassende Kenntnis über die Regelungen für die Verantwortlichen bei Festivitäten bereits im Vorfeld das A und O. "Unkenntnis schützt im Ernstfall nicht", betonte Andrea Neumeier von der Kriminalpolizei Weiden in ihren anschließenden Ausführungen.

"Der Veranstalter wird im Falle des Falles gnaden- und schonungslos zur Verantwortung gezogen." Das Jugendschutzgesetz sei nicht nur auszuhängen, sondern auch strikt einzuhalten. Gleiches gelte für die Auflagen der Ordnungsämter und Gemeinden. Bei den Auflagen handle es sich immer um Mindestanforderungen, die bei Veranstaltungen einzuhalten sind. "Mindestens ein alkoholfreies Getränk muss mindestens genauso günstig angeboten werden als das günstigste alkoholische Getränk". Dabei beziehe man sich auf den Preis pro Liter. Zudem müsse der Veranstalter einen Jugendschutzverantwortlichen benennen, der diese Aufgabe auch pflichtbewusst erfülle.

Unabhängig etwaiger Auflagen empfiehlt es sich, den Barbereich sichtbar abzutrennen und dessen Zugang zu überwachen. Wenn nötig und nicht anders vorgeschrieben, könne der Sicherheitsdienst auch von ehrenamtliche Ordner übernommen werden. Sowohl diese ehrenamtlichen Ordner als auch jene Personen, die mit dem Alkoholausschank betraut sind, gilt es, sorgfältig auf deren persönliche Eignung hin auszuwählen. Zum Veranstaltungsbereich zählten auch nahe gelegene Parkplätze und das nähere Umfeld, die ebenfalls mit beaufsichtigt werden müssen. "Die Verantwortung bleibe generell beim Veranstalter und den Verantwortlichen selbst."

Meist könnten durch gewissenhafte Planung im Vorfeld von Veranstaltungen schon viele Risiken ausgeschlossen werden, so Neumeier abschließend.

Referentin Andrea Neumeier
Nahezu jeder Platz war besetzt bei der Informationsveranstaltung im Panoramasaal im Seenario Tirschenreuth. Referentin Andrea Neumeier von der Kriminalpolizei Weiden erläuterte anhand von Beispielen die grundsätzlichen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und gab wertvolle Tipps für die Planung von Veranstaltungen.

Das Jugendschutzgesetz

Zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit findet das Jugendschutzgesetz Anwendung. Es regelt den Verkauf, die Abgabe und den Konsum von Tabak und Alkohol und die Abgabe von Filmen und Computerspielen - zum Beispiel Verkauf und Verleih. Der Aufenthalt in Gaststätten und bei Tanzveranstaltungen wie beispielsweise in Diskotheken ist ebenfalls hier geregelt.

weiterführende Informationen und Links:

Jugendschutzgesetz

Jugendschutztabelle

ZBFS - Zentrum Bayern Familie und Soziales

Aj - Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e. V.

Jugendschutzseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend