KNO-Zukunftskonzept: Zwei Fachkrankenhäuser in Kemnath und Tirschenreuth sichern die medizinische Versorgung langfristig
(Weiden/Tirschenreuth) Die beiden Krankenhausstandorte Kemnath und Tirschenreuth bleiben langfristig Teil der stationären Versorgung im Verbund der Kliniken Nordoberpfalz AG. Das sieht das neue Zukunftskonzept der KNO vor, das der Aufsichtsrat am 24. September einstimmig beschlossen hat. Beide Häuser sollen künftig als spezialisierte Fachkrankenhäuser weiterentwickelt werden: Kemnath mit dem Schwerpunkt Innere Medizin und Akutgeriatrie, Tirschenreuth als Orthopädie- und Endoprothetikzentrum der KNO.
„Für mich ist die wichtigste Botschaft: Beide Krankenhausstandorte in unserem Landkreis bleiben erhalten und sichern die medizinische Versorgung unserer Heimat“, betont Landrat Hubert Schicker. „Wir wollen dabei nichts schönreden: Gerade für Kemnath bedeutet die durch die Vorgaben der Bundespolitik notwendigen Änderungen einen Einschnitt. Entscheidend ist aber, dass wir den Standort unter den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen dauerhaft sichern und gleichzeitig Tirschenreuth mit einem starken medizinischen Profil weiterentwickeln.“
Kemnath: Innere Medizin, Akutgeriatrie – und die Notfallversorgung bleibt
Kemnath wird künftig als internistisch-geriatrisches Fachkrankenhaus weitergeführt. Die Innere Medizin bleibt das Herzstück, hinzu kommt die Akutgeriatrie aus Tirschenreuth. Gerade mit Blick auf die älter werdende Bevölkerung sollen beide Bereiche künftig enger zusammenarbeiten. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie wird nach Weiden verlagert, die stationäre Orthopädie und Endoprothetik nach Tirschenreuth. Ambulante Operationen bleiben in Kemnath weiterhin möglich.
Besonders wichtig ist aus Sicht des Landkreises die Notfallversorgung. Internistische Notfälle werden in Kemnath weiterhin rund um die Uhr ambulant und stationär behandelt. Auch Patientinnen und Patienten mit chirurgischen oder orthopädischen Beschwerden können weiterhin jederzeit das Krankenhaus aufsuchen und werden dort ärztlich untersucht. Ist eine stationäre chirurgische Behandlung notwendig, erfolgt die gezielte Weiterleitung in ein dafür geeignetes Krankenhaus. „Die Notaufnahme in Kemnath bleibt eine Anlaufstelle. Niemand wird dort mit einem medizinischen Problem einfach abgewiesen“, stellt Schicker klar. „Die Patienten werden untersucht und medizinisch eingeordnet. Internistische Notfälle werden weiterhin 24 Stunden am Tag vor Ort versorgt. Wenn für einen chirurgischen Fall eine andere Klinik die richtige Adresse ist, wird die weitere Versorgung gezielt organisiert.“
Tirschenreuth wird zum Orthopädiezentrum der KNO – moderne OP-Strukturen werden wieder voll genutzt
Tirschenreuth erhält gleichzeitig einen deutlich stärkeren stationären Schwerpunkt. Die Orthopädie und Endoprothetik aus Kemnath und Weiden sollen dort gebündelt werden. Damit entsteht in der Kreisstadt das zentrale KNO-Zentrum für geplante Eingriffe an Knochen und Gelenken. Dafür stehen die 2020 komplett modernisierten OP-Säle zur Verfügung. Zunächst sind 40 stationäre Betten für den orthopädischen Bereich vorgesehen. Ab 2029 wird zusätzlich die geriatrische Rehabilitation mit 80 Betten aus Erbendorf nach Tirschenreuth ziehen. „Wir machen aus der vorhandenen Infrastruktur in Tirschenreuth einen echten medizinischen Schwerpunkt“, sagt Schicker. „Die modernisierten OP-Säle werden wieder intensiv stationär genutzt und die orthopädische Kompetenz aus dem gesamten KNO-Verbund wird hier zusammengeführt. Daraus wird ein starker Ortho-Campus für die gesamte Nordoberpfalz entstehen.“ Ein weiterer wichtiger Punkt für Schicker ist die Notfallambulanz in Tirschenreuth. Hier wird es künftig das Prinzip „Ein Eingang – Eine Anlaufstelle“ geben. „MVZ, Notfallambulanz, niedergelassenen Ärzten und KV-Bereitschaft sollen für Patientinnen und Patienten künftig über einen gemeinsamen Zugang unter einem Dach gebündelt werden. Die fachlichen Angebote bleiben, der Zugang wird einfacher und eindeutiger“, so Schicker. Außerdem ergeben sich durch die Verlagerung der Orthopädie neue Möglichkeiten, gezielt mit der ILS Verhandlungen über eine weitere Verbesserung der Notfallversorgung zu führen.
Versorgung als Netzwerk denken
Für den Landkreis gehört deshalb neben den beiden Krankenhäusern auch der weitere Ausbau der ambulanten Versorgung zum Zukunftsbild. Medizinische Versorgungszentren, niedergelassene Ärzte, ambulante Operationen, Notfallversorgung und die spezialisierten stationären Angebote sollen enger ineinandergreifen. „Für die Menschen darf es am Ende nicht entscheidend sein, welche organisatorische Struktur hinter einer Tür steht“, so Schicker. „Unser Anspruch muss sein: Wer durch eine Tür der KNO geht, bekommt Zugriff auf das gesamte Leistungsspektrum des Verbundes. Wir wollen die Versorgung im Landkreis nicht nur erhalten, sondern sie als funktionierendes Netzwerk weiterentwickeln.“
KNO-Vorstand Ralph Junghans unterstreicht ebenfalls den Anspruch einer wohnortnahen Versorgung: „Unser Anspruch ist es, unsere Patientinnen und Patienten in der Nordoberpfalz weiterhin wohnortnah bestmöglich zu versorgen.“ Die beteiligten Chefärzte haben die neue Struktur nach Angaben der KNO mitentwickelt und unterstützen das medizinische Konzept.
Veränderte Gesetzeslage macht neue Struktur notwendig
Die erneute Anpassung nur gut zwei Jahre nach der Umstrukturierung von 2024 ist vor allem Folge neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. Die damaligen Entscheidungen waren auf Grundlage der damaligen Rechtslage getroffen worden. KHVVG und KHAG stellen inzwischen neue Anforderungen an Leistungsgruppen und Krankenhausstrukturen. Ohne einen Kurswechsel wäre der Standort Kemnath nach Darstellung der KNO ab Ende 2027 gefährdet. In den kommenden Monaten werden nun die Details der Umsetzung vorbereitet. Die wesentlichen Standortveränderungen sollen Ende März 2027 erfolgen.
KNO-Zukunftskonzept: fünf Kernbotschaften
1. Beide Krankenhausstandorte im Landkreis bleiben erhalten
Kemnath und Tirschenreuth bleiben Teil der stationären Krankenhausversorgung im KNO-Verbund. Durch die Gesetzesänderungen waren Anpassungen vor allem in Kemnath notwendig, um den Standort zu erhalten. Wir wollen nichts schönreden: Für Kemnath ist es ein Einschnitt, aber es ist vor allem eine nachhaltige Sicherung des Standorts Kemnath mit dessen Notaufnahme für die Mitarbeiter und für alle Bürgerinnen und Bürger!
2. Der Landkreis Tirschenreuth bekommt somit zwei Fachkrankenhäuser!
Kemnath soll den Schwerpunkt Innere Medizin und Akutgeriatrie übernehmen. Tirschenreuth wird zum Orthopädie- und Endoprothetikzentrum der KNO; ab 2029 wird dort zusätzlich die geriatrische Reha mit 80 Betten angesiedelt werden. Ein zentraler Punkt des Konzepts ist außerdem die 2020 renovierten OP-Säle endlich adäquat zu nutzen und auszulasten. Es sind die modernsten OP-Säle der gesamte KNO und diese werden nun zentraler Bestandteil eines „Orthopädie-Campus“ in der Nordoberpfalz!
3. Die Notaufnahme in Kemnath bleibt erhalten – die Notfallversorgung ist stabil
Patientinnen und Patienten werden in Kemnath weiterhin aufgenommen und medizinisch eingeordnet; Internistische Notfälle werden 24/7 vor Ort versorgt. Leichtere chirurgische Fälle können werktags am Standort behandelt werden; stationär behandlungsbedürftige chirurgische Fälle werden gezielt in eine geeignete Klinik weitergeleitet. Außerdem ist die Akutgeriatrie in Kemnath die Antwort auf die demografische Entwicklung – Kemnath und Weiden treten somit nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich sinnvoll.
4. Verbesserung der Notfallambulanz Tirschenreuth: „Ein Eingang – eine Anlaufstelle.“
„One Door – one desk“ - MVZ, Notfallambulanz und KV-Bereitschaft sollen für Patientinnen und Patienten künftig über einen gemeinsamen Zugang gebündelt werden. Die fachlichen Angebote bleiben, der Zugang wird einfacher und eindeutiger. Die Verzahnung des Krankenhauses mit dem MVZ, der Notfallambulanz, niedergelassenen Ärzten und KV-Bereitschaftspraxis schafft somit ein funktionierendes Netzwerk der medizinischen Versorgung Außerdem ergeben sich durch die Verlagerung der Orthopädie neue Möglichkeiten, gezielt mit der ILS Verhandlungen über eine weitere Verbesserung der Notfallversorgung zu führen.
5. Ambulante Versorgung wird weiter ausgebaut und eng mit den Kliniken verzahnt.
MVZ, ambulante Operationen und weitere ambulante Angebote bleiben zentrale Bausteine der Versorgung im Landkreis. Stationäre Leistungen werden stärker spezialisiert; zugleich bleiben wohnortnahe ambulante Anlaufstellen an beiden Standorten erhalten. So entsteht ein Netzwerk aus allen Häusern, die 24/7 mit Ärzten besetzt und zugänglich sind!
Kernaussage: Wer durch eine Türe der KNO geht, bekommt Zugriff auf das gesamte Leistungsspektrum der KNO!
Warum schon wieder?
Die Entscheidungen von 2024 wurden unter der damaligen Rechtslage getroffen. KHVVG und KHAG stellen inzwischen neue Anforderungen an Leistungsgruppen und Krankenhausstrukturen. Das neue Konzept reagiert auf diese veränderten Vorgaben und soll insbesondere auch den Krankenhausstandort Kemnath erhalten.
