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Aus Neualbenreuth wird BAD Neualbenreuth

Endlich Heilbad: die Sibyllenbad-Gemeinde erhält den Bäderstatus.

Ob das die weise Seherin Sibylle von Prag, Namensgeberin des Neualbenreuther Sibyllenbads, wohl auch vorhergesehen hat? Seit Mittwoch, 13.  November 2019 darf sich die charmante kleine Marktgemeinde im Oberpfälzer Wald ganz offiziell „Bad Neualbenreuth“ nennen – und ein lang gehegter Wunsch geht damit endlich in Erfüllung.

Bereits in den 1960/70ern gab es einen Versuch, in Neualbenreuth ein Bad aufzubauen – Vorbilder waren die nahegelegenen böhmischen Weltbäder Marienbad, Karlsbad und Franzensbad. Doch die private Initiative einiger heimatvertriebener Egerländer scheiterte desaströs. Die Finanzmittel reichten nicht für das extrem ambitionierte Vorhaben - übrig blieben am Ende nur Ruinen, die sich heute weitgehend die Natur zurückerobert hat. Von deutlich mehr Erfolg gekrönt war der zweite Anlauf: nach Probebohrungen eröffnete der Zweckverband Sibyllenbad (bestehend aus dem Bezirk Oberpfalz, dem Landkreis Tirschenreuth sowie den Gemeinden Neualbenreuth, Mitterteich, Tirschenreuth und Waldsassen) das Badehaus im Dörfchen Maiersreuth bei Neualbenreuth. Aufgrund des regen Zuspruchs bei dieser „Testversion“ wurde 1994 schließlich mit dem Bau des heutigen Sibyllenbads begonnen.
Recht bald nach der Eröffnung gab es bereits den Titel „staatlich anerkannter Heilquellenkurbetrieb“, doch die zielstrebigen Neualbenreuther wollten mehr. Bereits zu Zeiten des Badehauses in Maiersreuth hatten Scherzbolde (oder vielleicht doch eher Hellseher, könnte man heute fragen?) das Ortschild mit dem Zusatz „Bad“ versehen. In der Realität dauerte das ganze etwas länger, denn bis 2017 war eine eigene Klinik Voraussetzung für die Anerkennung als Heilbad – und die konnte Neualbenreuth nicht vorweisen. Als der Passus schließlich aus den Vorschriften gestrichen wurde, gab es kein Halten mehr: von da an war quasi der komplette Ort inklusive des Zweckverbands Sibyllenbad auf den Beinen, um Neualbenreuth fit für die Anerkennung als Bad zu machen. Von der Sanierung des Kurparks über neue Entspannungsangebote bis hin zu einer umfangreichen touristischen Beschilderung wurde optimiert, was nur zu optimieren ging.
Im Juni war es dann soweit: die Expertenkommission des bayerischen Innenministeriums besuchte Neualbenreuth, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Seitdem hatten alle auf den Entscheidungstag am 13. November hingefiebert – und als telefonisch schließlich der positive Bescheid eintraf, kannte die Freude keine Grenzen. Die Sektkorken knallten, die Kirchenglocken wurden geläutet und natürlich wurde das Ortschild gleich mal auf „Bad Neualbenreuth“ geändert – wenn auch vorerst nur mit einem Zettel. Doch ein richtiger Neudruck der Schilder steht nun ganz oben auf der Agenda des frisch gebackenen Oberpfälzer Heilbads.
Und ansonsten? „Wir freuen uns riesig, dass wir nun diesen Titel tragen dürfen, er ist uns auch Verpflichtung für die weitere Arbeit zum Wohle unserer Gäste!“ liest man auf der Gemeinde-Homepage. Eines wird sich also nicht ändern: dass sich Bad Neualbenreuth als ländlicher Kurort mit familiärer Erholungsatmosphäre und viel Natur versteht – und dass genau dies auch das Sibyllenbad als Teil seines Behandlungskonzepts versteht und einsetzt. Wer Heilung sucht, vorbeugend etwas für seine Gesundheit tun will oder sich einfach mal eine Auszeit gönnen möchte, findet in Neualbenreuth eine einzigartige Kombination aus heilsamen Radon- und Kohlensäurequelle und einer hochmoderne Bade- und Wellnesslandschaft, eingebettet in eine mystische Wald- und Wasserlandschaft mit traditionellen Egerländer Fachwerkhäusern, Oberpfälzer Gastfreundschaft und Kulinarik – eben alles, was Leib und Seele gut tut. 

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