Landkreis Tirschenreuth
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Entscheidungshilfen bei regionalen Fragen zur Energiewende erarbeitete das Projekt "W³ – Regionale Energieflächenpolitik". Bei der Abschlusstagung am 14. April 2016 in Mitterteich werden die Ergebnisse vorgestellt.

Mit den Erneuerbaren Energien wird die Stromerzeugung wahrnehmbarer. Sie rückt näher an die Menschen heran. Um die Energiewende sozial und umweltverträglich zu gestalten, wünschen sich daher viele Städte und Gemeinden Instrumente und fördernde Rahmenbedingungen für die Koordination des EE-Ausbaus. "Die Energiewende muss bei den Menschen vor Ort ankommen", bringt Roland Grillmeier, Bürgermeister der oberpfälzischen Stadt Mitterteich, die Herausforderung für die Kommunen auf den Punkt. Dafür entwickelte ein Team aus Forschern und Praxispartnern im Projekt "W³ – Regionale Energieflächenpolitik" Instrumente wie das Energieflächenrating und das Wohlstandsradar. Sie sollen Kommunen bei Entscheidungen über die Umsetzung von Energiewende-Projekten unterstützen. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden auf der Abschlusstagung des Projekts am 14. April 2016 in Mitterteich vorgestellt.

Flächenpotenziale und Wohlstandseffekte sichtbar machen

Wie gut die Instrumente funktionieren, erprobt Matthias Rösch vom Energie-Technologischen Zentrum Nordoberpfalz derzeit mit der Stadt Mitterteich. "Wir sind gespannt, wie nützlich die Instrumente bei der Umsetzung von Energieprojekten tatsächlich sind", sagt Projektleiterin Dr. Susanne Stangl. Die Tagung "Stellschrauben und Spielräume regionaler Energieflächenpolitik" bietet Gelegenheit, die W³-Instrumente kennenzulernen und aus erster Hand zu erfahren, wie sie sich im Praxistest bewährt haben. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen neben den Tirschenreuther Praxispartnern der Brandenburger Bürgermeister Andreas Claus aus Uebigau-Wahrenbrück und Norman Müller von der Energieregion Lausitz GmbH sowie Marion Winkler von der Kreisverwaltung Wittenberg mit Thies Schröder von der Energieavantgarde Anhalt ihre Erfahrungen mit einer regionalen, bürgernahen Energieflächenpolitik zur Diskussion.

Sie sind herzlich eingeladen:

Abschlusstagung „Stellschrauben und Spielräume regionaler Energieflächenpolitik"
14. April 2016, 14.00 Uhr im Josefsheim (Zanklgartenstraße 8, 95666 Mitterteich)
Die Teilnahme ist kostenlos.
Anmeldung: Susanne Stangl (s.stangl(at)zreu.de)
Programm: www.w3-energieflächenpolitik.de/service/veranstaltungen.html

 

Die Energiewende aktiv gestalten – Erfahrungen aus der Praxis


Die Partnerregionen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern sind ländliche Regionen, die die demografischen, energie- und klimapolitischen Herausforderungen der Zukunft aktiv gestalten wollen. Sie haben die vorhandenen Spielräume für einen möglichst transparenten und umweltverträglichen Ausbau der Erneuerbaren Energien erkundet und jeweils eigene Wege in Richtung Energiewende eingeschlagen:

Die Stadt Uebigau-Wahrenbrück in Brandenburg etabliert das Transfer- und Transformationszentrum Erneuerbare Energien in der Brikettfabrik LOUISE als Bildungs- und Kompetenzzentrum für die regionale Energiewende in der Energieregion Lausitz. Darüber hinaus werden konkrete Energieprojekte, u.a. die Windkraftanlage mit Bürgerbeteiligung im Windpark Uebigau, umgesetzt.

Im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth hat sich die TIR Energie eG, Bürgergenossenschaft für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz gegründet, um regional verankerte Energieprojekte umzusetzen. Das Gründungsprojekt – eine PV-Anlage auf dem Dach des Kreisbauhofs – ist seit November 2015 am Netz. Zusammen mit dem Regionalmanagement sollen nun weitere Projekte zur Energieeffizienz in Angriff genommen werden.

In der Region Anhalt, zu der der Landkreis Wittenberg gehört, haben sich Kommunen, Unternehmen und weitere Akteure zur Energieavantgarde Anhalt (EAA) zusammengeschlossen. Sie wollen die Energiewende durch den Aufbau eines regionalen Stromsystems vorantreiben. Zentrale Anlaufstelle für alle regionalen Energieprojekte ist die Mitte letzten Jahres eröffnete Geschäftsstelle in Dessau.

Einen Überblick über die Aktivitäten der drei Partnerregionen sowie mögliche Stellschrauben und Spielräume für eine regionale Energieflächenpolitik vermittelt in Kürze auch die Broschüre "Flächenscout". Die Broschüre wird zur Abschlusstagung druckfrisch vorliegen und unter www.w3-energieflächenpolitik.de/ergebnisse.html zum Download bereitstehen.  

Zum W³-Team gehören neben den Praxispartnern die Forschungspartner TU Berlin, BTU Cottbus-Senftenberg, Hochschule Anhalt und das inter 3 Institut für Ressourcenmanagement. Das Projekt "W³ - Wachstum, Widerstand, Wohlstand als Dimensionen einer regionalen Energieflächenpolitik" wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Fördermaßnahme "Umwelt- und gesellschaftsverträgliche Transformation des Energiesystems" mit knapp 1,3 Millionen Euro gefördert.