Landkreis Tirschenreuth
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Die „Neusorger Schnittlauchräuber“ gewinnen im Wettbewerb „Streuobst –Vielfalt –Beiß rein!“.

Wettbewerb zeigt die Bedeutung der Streuobstwiesen für Mensch und Natur.

Die Streuobstwiese steht auf der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen und ist von der vollständigen Vernichtung bedroht. Der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Tirschenreuth e. V. kämpft gemeinsam mit den Gartenbauvereinen um ihren Erhalt und beteiligte sich am landesweiten Kinder- und Jugendwettbewerb „Streuobst –Vielfalt –Beiß rein!“.  

In früheren Zeiten war die Selbstversorgung mit gesunden Lebensmitteln sehr wichtig. Dabei spielten auch die Streuobstwiesen eine Rolle. Diese Zeiten sind scheinbar vorbei, denn der Rückgang dieser Biotope in den letzten 50 Jahren ist alarmierend. In der Roten Liste 2017 heißt es, die Streuobstwiese sei von vollständiger Vernichtung bedroht. Streuobstwiesen sind ein natürliches Genreservoir für fast vergessene, alte Obstsorten. Die naturbelassenen Wiesen und Gehölze bieten bedrohten Tier-und Pflanzenarten eine Vielzahl an Kleinbiotopen, die ihr Überleben sichern. Die Wiesen dienen der Heugewinnung, als Viehweiden und werden für die Imkerei eingesetzt.

Die Aktion „Streuobst-Vielfalt –Beiß rein!“ nutzen die Gartenbauvereine, um mit dem ersten Kinder-und Jugendwettbewerb der Streuobstwiese wieder neue Aufmerksamkeit zu verschaffen. Im Landkreis Tirschenreuth beteiligten sich sechs Vereine mit ihren Kinder- und Jugendgruppen am Wettbewerb.

Nach Abschluss der Obstsaison Ende Oktober stand nun die Bewertung der vielfältigen Aktionen des ganzen Wettbewerbsjahres an.

Die Kinder-und Jugendgruppen mit so klangvollen Namen wie „Schnittlauchräuber“, „Kraut - und Rüben-Bande“ oder „Gartendetektive“ ließen sich einiges rund um die Streuobstwiese einfallen. Die Betreuer der Gruppen gestalteten im Verlauf des Jahres gemeinsam mit der jungen Generation spielerische, entdeckungsreiche und kulinarische Aktionen. Die Streuobstwiese wurde zur Ideenwerkstatt und zum Abenteuerspielplatz der Kinder und Jugendlichen. Gemeinsames Ernten und Verarbeiten des Obstes sowie die gemeinsame Erfahrung der großen Artenvielfalt auf der Streuobstwiese fördern das Gespür für den Wert des bedrohten Biotops und das soziale Miteinander.

Die Jury, bestehend aus den beiden Kreisfachberatern Manuela Pappenberger und Harald Schlöger, Frau Sabine Frank von der Kommunalen Jugendarbeit, der Leiterin der Umweltstation Waldsassen Johanna Härtl und dem Jugendsprecher des Kreisverbandes Richard Schiedeck, besuchte die beteiligten Vereine vor Ort, auch um die örtlichen Voraussetzungen mit in die Bewertung einfließen zu lassen und den Kindern die Gelegenheit zu geben, ihre Aktionen selbst vorzustellen.

Der Bewertungsbogen sah beispielsweise die Menge gesammelter Äpfel, Aktivitäten rund ums Obstgehölz, Sonderaktionen wie Fotoprojekte oder Bastelaktionen und vieles mehr für die Bewertung vor. Wahrlich keine leichte Aufgabe für die Juroren. Kreisfachberater Harald Schlöger drückte das so aus: „Jede der Gruppen hat sehr viel aus den vorhandenen Möglichkeiten vor Ort gemacht und uns beeindruckt. Jeder hätte einen Rang ganz vorne in der Bewertung verdient“.  

Letztlich ergab das Votum der Jury dann folgende Rangfolge:  

1. Preis: „mit hervorragenden Leistungen teilgenommen“  

Der 1. Preis geht an die „Neusorger Schnittlauchräuber“.

2. Preis: „mit ausgezeichneten Leistungen teilgenommen“  

Den zweiten Preis teilen sich drei Vereine: die Kemnather „Petersiliengurus“, die Immenreuther „Flötztaler Naturentdecker“ und die Mitterteicher Kinder- und Jugendgruppen „ Gartenzwerge“, „Wassermolche“ und Garteneinsteins“.  

3. Preis: „mit sehr guten Leistungen teilgenommen“  

Die beiden Gruppen „Kraut- und Rüben-Bande“ aus Plößberg und „ Gartendetektive“ aus Großkonreuth haben beide ebenfalls je eine Fläche mit Obstbaumbestand in ihrer Gemeinde als „Paten“ übernommen und reaktiviert.

Wir bedanken uns nochmal ganz herzlich für die Teilnahme bei allen Gruppen, die hoffentlich für Sie genauso spannend und lehrreich für Kinder und Betreuer/innen war wie für die Juroren bei der Bereisung.

Die Meldung der Platzierungen an den Landesverband und den Bezirksverband erfolgt umgehend, allerdings ist die Preisverleihung erst im Jahr 2019 geplant.  

Auf Kreisebene werden wir im Frühjahr zum Zeitpunkt der Obstbaumblüte Anfang Mai ein eigenes Fest für alle beteiligten Gruppen in einem Obstgarten ausrichten und dort dann die Preise verleihen.

Wir werden vom Kreisverband für jedes Kind eine eigene Urkunde für die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb aushändigen und den Gruppen die zusätzlichen Preise entsprechend der Eingruppierung zur Verfügung stellen:

Folgende Preise sind vorgesehen:

1. Preis (Landesverband) eine große Hand-Spindelpresse

2. Preis (1 x Bezirksverband; 2 x Kreisverband)  je eine kleine Hand-Spindelpresse

3. Preis (1 x Landesverband; 1 x Kreisverband)  je einen elektr. Obst-Dörrapparat

Alle Gruppen bekommen zusätzlich vom Landesverband einen Hand-Obstschälapparat ausgehändigt.  

zur Pressemitteilung Ergebnisbekanntgabe mit Erläuterungen zu den Preisträgern....

Bilder von der Bereisung der Wettbewerbsteilnehmer: