Landkreis Tirschenreuth
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„Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“ - Im Grußwort appelliert Landrat Wolfgang Lippert: "Gemeinsam sind wir stark - gemeinsam können wir vieles erreichen! [...] Ich bitte Sie, mitzuhelfen bei den Aufgaben und Maßnahmen, die uns nach vorne bringen und die die Zukunftsfähigkeit unserer Region prägen werden."

 

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,    

„Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.“  

Dieses Zitat von Arthur Schopenhauer bekommt eine besondere Wertigkeit hinsichtlich der  Flüchtlingsströme in der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen gibt es, die eben nichts mehr haben, die alles aufgeben mussten und allein in der Flucht ihre unsichere Zukunft sehen.  

So hat uns heuer die Problematik der Unterbringung von Asylbewerbern im Landkreis – sowohl organisatorisch wie auch emotional – mit am meisten beschäftigt. Vor dem Hintergrund der Einreise von täglich zehntausenden von Menschen – zumeist aus Syrien und den Nachbarstaaten - die oft unter lebensbedrohlichen Umständen Europa erreichen, ist auch der Landkreis gefordert, zusätzliche Asylbewerber aufzunehmen. Die Bilder von völlig überfüllten Zügen, Bahnhöfen oder Erstaufnahmeeinrichtungen bzw. die dramatischen Szenen an europäischen Grenzen sind sicher allen bekannt.  

Die Unterbringung der Asylbewerber in der Notunterkunft in der Dreifachsporthalle an der Berufsschule Wiesau stellte und stellt alle Beteiligten vor enorme Herausforderungen, die nur mit dem tatkräftigen und engagierten Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer vor Ort bewältigt werden konnten. Hier an dieser Stelle darf ich mich bei allen herzlich bedanken, bei der Verwaltung ebenso wie bei den Hilfsorganisationen und den Ehrenamtlichen. Alle gingen oft genug bis an die Grenze der Belastbarkeit, was nicht hoch genug gewürdigt werden kann.

Es ist klar, dass die Notunterkunft in Wiesau keine Dauerlösung sein kann. Wir suchen hier nach anderen praktikablen, aber auch menschenwürdigen Lösungen.  

Dass es uns im Gegensatz zu diesen Flüchtlingen relativ gut geht, zeigen die gestiegenen Umlagekraftzahlen, die eine positive steuerliche Entwicklung bei den Kommunen belegen und die auf eine sich weiter stabilisierende wirtschaftliche Gesamtsituation hoffen lassen.  

Dass wir neben einer intakten Landschaft und vielen touristischen Höhepunkten auch Arbeitsplätze in vielen Bereichen bieten können, zeigt sich im aktuellen Tiefstand der Arbeitslosenquote von nur 3,6 %. Dazu tragen unsere kleinen Betriebe ebenso bei wie der Mittelstand oder die Industrie. Vor allem ist im Allgemeinen eine Expansionstendenz der Firmen zu spüren.  

Dem ganzen Spektrum des demographischen Wandels wirksam zu begegnen wird weiterhin die Herausforderung für die nächsten Jahre sein. Mit Erfolg wurde ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen sinkenden Einwohnerzahlen auf den Weg gebracht, um den Menschen den Verbleib in der Heimat zu ermöglichen oder um andere für einen Wechsel in die nördliche Oberpfalz zu interessieren. Gute Lebens-, Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sind Eckpunkte, an denen Entscheidungen für oder gegen die Region festgemacht werden.  

Dazu trägt bei, dass der Landkreis in diesem Jahr vom Bayer. Kultusministerium als Bildungsregion ausgezeichnet wurde. Es ist unverzichtbar, das Potential unserer Kinder und Jugendlichen optimal zu entfalten und im Landkreis ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Bildungsangebot vorzuhalten. Dies schafft Perspektiven für unsere jungen Menschen!  

Wir haben durch das Mobilitätskonzept BAXI einen bedarfsgerechten und zielorientierten ÖPNV. Dieses Konzept hat Modellcharakter und findet inzwischen bayernweite Beachtung.  

Auch der Staat hat mit den Behördenverlagerungen auf das „flache Land“ ein wichtiges Signal zur Stärkung des ländlichen Raumes gegeben. Unser Landkreis profitiert davon mit 70 Arbeitsplätzen bei der Geodatenbank in Waldsassen sowie mit weiteren 20 Arbeitsplätzen, die durch eine Teilverlagerung des Zentrums Bayern, Familie und Soziales in Kemnath entstehen.  

Dass es sich bei uns gut leben lässt, wurde durch eine vor kurzem veröffentlichte Studie des renommierten Prognos-Instituts bestätigt. Der Landkreis Tirschenreuth hat im Bundesvergleich die niedrigsten Lebenshaltungskosten! Ich hoffe, dass dieses Ergebnis der Untersuchung auch Früchte trägt und sich in wieder steigenden Einwohnerzahlen wie auch bei den Gästezahlen niederschlägt.  

Nachdem sich die Aufregung um die Errichtung von Windrädern nach dem Erlass der 10-H-Regelung durch die Bayerische Staatsregierung einigermaßen gelegt hat, bekommen wir es jetzt mit der geplanten Gleichstromtrasse und der Ertüchtigung des sog. Ostbayernrings auf der Basis von Wechselstrom zu tun. Die Bestrebungen, beide Leitungen möglichst in Form einer Erdverkabelung auszuführen, sind jüngst in Berlin gescheitert. Gott sei Dank wird zumindest die Erdverkabelung bei der Gleichstromtrasse favorisiert. Wo jedoch diese einmal verlaufen soll, ist noch nicht bekannt. Nach wie vor ist die Notwendigkeit dieser Trasse mit dem Einspeisepunkt Landshut in Frage zu stellen.  

Gemeinsam sind wir stark – gemeinsam können wir vieles erreichen! Eines unserer zentralen Handlungsfelder sehe ich nach wie vor im Tourismus, im Ausbau des Landkreises zur Qualitätsregion für Radfahrer und Wanderer, in der Stärkung unserer regionalen Besonderheiten, in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit oder der Regionalentwicklung.  

Ich bitte Sie, mitzuhelfen bei den Aufgaben und Maßnahmen, die uns nach vorne bringen und die die Zukunftsfähigkeit unserer Region prägen werden. Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und für das kommende Jahr 2016 Gesundheit, Erfolg und Gottes Segen zu allem, was Sie anpacken.      

Tirschenreuth, im Dezember 2015  

Wolfgang Lippert
Landrat des Landkreises Tirschenreuth