Landkreis Tirschenreuth
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Jährlich erstellt die Kommunale Jugendarbeit im Auftrag der Arbeitsgruppe Prävention den sog. Schulferienkalender. Mit einer letztjährigen Auflage von rund 5000 Stück werden diese Kalender im Spätherbst jeden Jahres an Kinder und Jugendliche ab der 5. Jahrgangsstufe über die Schulen im Landkreis Tirschenreuth ausgegeben.

Von links: Landrat Wolfgang Lippert, Sabine Frank, Astrid Bösl, Elisabeth Scherb, Marianne Fütterer, Gisela Worf und Stefan Malzer, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit am Landratsamt.

Auskunft gibt der Kalender über die aktuellen Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes und die anstehenden Schulferien für das jeweilige Schuljahr. Aber auch die Beratungsstellen für die unterschiedlichsten Lebens- und Bedarfslagen für Kinder, Jugendliche und Familien im Landkreis Tirschenreuth werden vorgestellt.

Die Titelseite behandelt im jährlichen Wechsel unterschiedliche Themen, stellt neue Beratungsangebote oder Netzwerke vor. Die endgültige Layout-Erstellung und der Druck werden vom Drei-W-Verlag, dem bundesweiten Fachverlag für Jugendschutzbroschüren und Schulferienkalender mit Sitz in Essen, durchgeführt. Von eben diesem Verlag kam kürzlich die telefonische Rückmeldung, dass der letztjährige Kalender verlagsintern großen Zuspruch gefunden hatte und als Musterbeispiel in ihren nächsten Katalog aufgenommen wird. Er stelle ein gelungenes Beispiel dar, sich grafisch/ bildlich einem sehr ernsten Thema zu widmen. Das Titelblatt zeigt diesmal das neue Logo für das Netzwerk gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Landkreis Tirschenreuth. Mehrere bunte oder im Scherenschnitt dargestellte Hände greifen ineinander. Sie symbolisieren einerseits ein gemeinsames „Halt“-Zeichen gegen sexualisierte Gewalt und vermitteln gleichzeitig Zusammenhalt, Unterstützung, „an die Hand nehmen“ und gemeinsames „Handeln“ gegen dieses immer noch sehr stark tabuisierte Thema. Verantwortlich für die Layout Idee war hierbei Stefan Malzer, Layouter am Landratsamt.

Nach Auskunft von Astrid Bösl ist das Netzwerk vor zwei Jahren neu aktiviert worden. Man stehe seitdem immer im Kontakt, zweimal jährlich gebe es Netzwerktreffen. „Hand in Hand“, wie das Logo aus zum Ausdruck bringe, wolle man helfen. „Denn die Dunkelziffer ist hoch.“ Von 150 Fällen in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab sowie der Stadt Weiden berichtete Elisabeth Scherb von „Dornrose gegen sexualisierter Gewalt“. Die Beauftragte stellte heraus, dass nicht immer nur Kinder und Jugendliche betroffen seien. „Viele junge Frauen, die in ihrer Kindheit Gewalt erlebt hätten, kommen erst Jahre später.“

Die Scham, darüber zu sprechen, sei eine große Hemmschwelle. Die Betreuung gescheheanonym, betonte Scherb. Scherb betonte, dass Dornrose und das Netzwerk auch betroffenen Jungs helfe. Sabine Frank von der kommunalen Jugendarbeit sieht auch im Ehrenamt eine große Chance, sexualisierte Gewalt einzudämmen. Es gelte, Jugendbeauftragte in Vereinen und Organisationen zu sensibilisieren. Für Vereine gebe es spezielle Kurse.Von ihren Erfahrungen erzählte Marianne Fütterer von Netzwerk frühe Kindheit am Kreisjugendamt (KoKi). Immer wieder seien Mütter bei ihr wegen Problemen zu ihren Kindern, die plötzliche über sexualisierte Gewalt in ihrer Kindheit sprächen, die sie über Jahre hinweg verdrängt hätten. Gisela Worf von der Schwangerschaftsberatungsstelle berichtete von Präventionsarbeit an Schulen, mit denen ein Bewusstsein für Sexualität sowie die Grenzen geschaffen werden solle.