Landkreis Tirschenreuth
A+
Ao
A-
b

In der Bürgermeisterdienstversammlung vom 26.01.2017 haben sich die Anwesenden erneut intensiv mit dem Thema Elektromobilität und Ladesäuleninfrastruktur beschäftigt. Anknüpfend an das Runde-Tisch-Gespräch vom  Dezember hat Frau Dr. Stangl, Regionalmanagement LK Tirschenreuth,  über den Stand der Dinge zu möglichen Ladesäulenstandorten und zu den vorliegenden  Angeboten von Ladesäulenbetreibern referiert. Zu Gast war auch Herr Dr. Guido Weißmann, der Fachmann für Mobilität bei Bayern Innovativ, der das Thema Elektromobilität von allen Seiten beleuchtete und mit Herzblut für das Engagement der Kommunen warb.

Dr. Guido Weißmann bei seinem Vortrag

Frau Dr. Stangl vom Regionalmanagement LK Tirschenreuth

Eines machten beide Referenten klar: Die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommen können nur mit einer völligen Dekarbonisierung des Verkehrssektors erreicht werden. Die Weichen werden jetzt gestellt, Elektromobilität ist in der Markthochlaufphase, notwendig ist deshalb jetzt der Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur. Dazu gehören drei Kategorien: das langsame Laden zuhause und beim Arbeitgeber, das schnelle Laden  für unterwegs beim  Zurücklegen von Distanzen jenseits der Reichweite einer Akkuladung und das Zwischendurchladen bei den  täglichen Routinefahrten – hier liegt  die Hauptaufgabe der Kommunen.  

Dabei können die Kommunen auch mit  Gewerbetreibenden kooperieren bzw. sich über passende Standorte verständigen Für ganz Bayern wird ein Bedarf von 14.000 öffentlichen „Normalladesäulen“ gesehen.  Der Aufbau der Ladeinfrastruktur wird vom BMVI ab 2017 gefördert, die Förderrichtlinie wird voraussichtlich noch im 1. Quartal bekannt gegeben und in Kraft treten, zudem hat auch Bayern eine eigene Förderung in Aussicht gestellt. Diese Fördergelder will auch der Landkreis nutzen, um den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur möglichst kostengünstig zu gestalten, so dass auch Kommunen mit wenig finanziellem Spielraum dabei sein können. Zudem stellte Landrat Lippert Zuschüsse von Seiten des Landkreises in Aussicht, was  bei der nächsten Kreisausschusssitzung diskutiert und beschlossen werden soll. Die eingeholten Angebote zur Markterkundung wurden unter den Aspekten der technischen Merkmale, der Kosten beim Aufbau und beim Betrieb der Ladesäulen, aber auch der Regionalität der Technik und des angebotenen „Grünstroms“ und der Kosten für den E-Autofahrer beim Laden miteinander verglichen.

Bei den von Frau Dr. Stangl vorgestellten Angeboten hob sich ein Konzept durch die geringen Gesamtkosten von allen anderen ab. Bei dieser Option bleibt die Ladesäule im Eigentum des Dienstleisters, der die Säule auch selbst betreibt, weshalb dann keine laufenden Betriebskosten für die Kommunen anfallen würden. In einer kurzen Diskussion einigte man sich darauf, mit dem  favorisierten Anbieter  als erstes Kontakt aufzunehmen, um die genauen Bedingungen und das weitere Vorgehen zu klären. Sobald die Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur in Kraft tritt, soll dann an die Umsetzung gegangen werden. Herr Dr. Weißmann unterstrich nochmals die Vorteile, als Landkreis zusammen den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben.

Ladesäulen sind auch Imagewerbung und folgen dem gesellschaftlichen Trend, der bei der Mobilität in kurzer Zeit zu ähnlich umfassenden Änderungen führen wird, wie dies bei der Kommunikation schon erfolgt ist.  Zudem sollten der Landkreis und die Kommunen Vorbild in Sachen Elektromobilität sein und mit geeigneten Formaten –  e-Stammtischen, Fahrevents, Infoveranstaltungen –  die neue Technik „erfahrbar“ machen und so die Bevölkerung für die Vorteile gewinnen.     Dr. Susanne Stangl, Regionalmanagement, Landkreis Tirschenreuth