Landkreis Tirschenreuth
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Kreissieger wurde die Ortschaft Herzogöd (Markt Fuchsmühl) mit einer Punktzahl von 84 Punkten.

Das Bewusstsein für die Entwicklung des eigenen Dorfes in der Zukunft zu schärfen ist ein wesentliches Ziel des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“.

Die Kommission beim Rundgang in Herzogöd

Die Bewertungskommission im Landkreis Tirschenreuth war am Mittwoch 20.07.2016 unterwegs, um die angemeldeten vier Dörfer zu besichtigen. Allen Teilnehmern gilt ein Dank für die umfangreichen Vorarbeiten und die engagierte Präsentation. Es waren viele Bürgerinnen und Bürger bei der Besichtigung ihrer Dörfer anwesend, was die Aufgeschlossenheit für den Dorfwettbewerb zeigt.

Alt und jung arbeiten in den beteiligten Dörfern Hand in Hand an der Dorfzukunft und haben damit sicherlich vielen anderen Dörfern im Landkreis etwas voraus. Alle teilnehmenden Dörfer können unabhängig vom erzielten Ergebnis stolz darauf sein, dass sie sich dem Wettbewerb stellten. Damit sind sie schon weiter als viele andere, denen in Zukunft Herausforderungen wie z. B. der demographische Wandel, leerstehende Gebäude oder fehlende öffentliche Mittel für Förderprogramme, solche Eigeninitiative abverlangen werden.  

Die Bewertungskommission fand bei allen Teilnehmerorten ein großes Potential vor. Die Gemeinden melden in der Regel meist Orte, die sich schon durch gute Voraussetzungen im Sinne der Bewertungskriterien des Dorfwettbewerb auszeichnen.   Alle beteiligten Orte sind trotz unterschiedlicher Größe in der Kategorie A (bis 600 Einwohner) eingeordnet. 

Der Kreissiegerort Herzogöd überzeugte durch eine sehr engagierte Präsentation.

Herzogöd hat eine lebendige Dorfgemeinschaft, die Alt und Jung integriert; alle Bevölkerungsgruppen wirken in gleicher Weise an der Pflege der Gemeinschaft mit und sind in den beiden Vereinen „Dorfgemeinschaft Herzogöd“ und „Verein für Ökologie und Kultur e. V.“ vertreten.  

Herzogöd überzeugt mit einem Dorfleitbild und nachhaltigem Entwicklungskonzept. Man spürt, dass sich die Ortschaft seit vielen Jahren mit der eigenen Identität auseinandersetzt.

Auf Platz 2 mit 79 Punkten folgte die Ortschaft Maiersreuth (Markt Neualbenreuth).  

Maiersreuth zeichnet sich durch viel Eigeninitiative der Dorfbewohner bei der Pflege und Gestaltung des Ortsbildes aus. Die Teilnahme am Wettbewerb ist geeignet, dies noch weiter zu fördern, zumal große Herausforderungen auf das Dorf zukommen, wie der nahende Ausbau der mitten durchs Dorf führenden Staatsstraße.  

Die Dorfgemeinschaft funktioniert hervorragend, insbesondere das Zusammenwirken von Alt und Jung ist beachtenswert. Die Dorfgemeinschaft zusammen mit dem wichtigsten Verein der Feuerwehr sorgen für eine lebendige Dorfkultur bei Brauchtumspflege und vielen Festen. Die Jugend ist sehr gut integriert und wird mit ihren Anliegen und Wünschen ernst genommen . Ein schönes Beispiel dafür ist der Wunsch nach einem eigenen kleinen Gebäude für die Dorfjugend in der Ortsmitte, dessen Realisierung mit viel Eigeninitiative vorangetrieben wird. „Architektenwettbewerb“ in Form eines Malwettbewerbes, Veranstaltung eines Jugend-Dorffestes um einen finanziellen Grundstock zu legen und von den Kindern verfasste Anschreiben an die Gemeinde, mit Bitte um Unterstützung sind gute Beispiele für diese Eigeninitiative. Die Kreiskommission ist sich deshalb einig, dass dieser Initiative ein Sonderpreis „Projekt: Kinder- und Jugendhaus am Muglbach“ verliehen wird, der mit Urkunde und Geldprämie ausgestattet ist.  

Einen Sonderpreis erkennt die Kommission auch der Ortschaft Hohenthan zu.

Grund ist der hervorragende Altbaumbestand, insbesondere der Bereich um die mächtige Pfarrkirche mit dem schön gestalteten „grünen“ Friedhof.

Das alte Pfarrdorf Hohenthan ist mit einer seit zehn Jahren stabilen Dorfbevölkerung von 285 Einwohnern das größte Dorf im diesjährigen Kreisentscheid. Beeindruckt zeigt sich die Bewertungskommission von vielfältigen Vereinsleben sowohl im kirchlichen als auch weltlichen Bereich.

Ein bauliches Highlight ist das Ensemble rund um die Pfarrkirche und den in langer ehrenamtlicher Arbeit saniertem Pfarrhof mit den mächtigen Ökonomiegebäuden. Ziel muss sein, diesen Bereich im Dorf als räumliches und kulturelles Zentrum im Dorf weiter zu stärken. Dazu gehören ein Wegekonzept mit Integration einer verbesserten Anbindung der Kirche auch für Senioren und Behinderte an den Dorfplatz zwischen Kirche und Kriegerdenkmal. Der langfristig angestrebte Ausbau der Ortsdurchfahrt sollte dorfverträglich erfolgen und die Platzsituationen berücksichtigen.

Für die vierte Ortschaft, die Siedlung Friedenfels, diente die Teilnahme am Dorfwettbewerb auch als Einstieg und Bestandsaufnahme.

Die Siedlung setzt sich klar vom Hauptort ab, was auch beibehalten werden sollte. Eine Anbindung ist eher über eine Verbesserung bei der Grünstruktur, zum Beispiel durch eine Baumreihe entlang der Grenzbachstraße sinnvoll.  

Eine Option im Dorfwettbewerb ist, erkannte notwendige Maßnahmen durch die Dorfgemeinschaft als Leader-Projekt unter dem Dach „Bürger gestalten ihre Heimat“ anzumelden. Für die Bürger im Ortsteil Siedlung Friedenfels  hat sich herauskristallisiert, dass für junge Familien kein Angebot besteht und ein Spielplatz, der zusätzlich verschiedenen anderen Zielgruppen nützlich sein könnte, wünschenswert ist. Weitere Nutzer wären Radfahrer und Wanderer, die die überörtlichen Wege nutzen und für die so eine attraktive Rastmöglichkeit geschaffen werden könnte. Die dritte Gruppe, die bedient werden könnte, sind die Besucher der Sportveranstaltungen.  

Eine insgesamt positive Weiterentwicklung des Ortsteils könnte mit so einem Projekt angestoßen werden.  

Handlungsbedarf besteht zum Beispiel bei der Strukturierung des Straßenraumes im Bereich der Gartenstraße. Baumpflanzungen und Rückbau des als Straße genutzten Bereiches erachtet die Kommission als Ziel. Auch im Bereich der Anbindung an den Hauptort erkennt die Kreiskommission Verbesserungsbedarf.          

 

Die Preise für den Kreissieger bzw. Prämien für die Sonderpreise und alle teilnehmenden Orte werden auf einer eigenen Veranstaltung (Ort und Termin werden noch festgelegt) überreicht. Allen teilnehmenden Orten werden die positiven Würdigungen, aber auch die von der Kommission empfohlenen Verbesserungsmaßnahmen nachgereicht. Ziel sollte sein, die weitere Dorfentwicklung unter der festgestellt vorbildlichen Bürgerbeteiligung in allen Dörfern voranzubringen. Die Gespräche, Anregungen und Vorschläge in der Vorbereitung zur Teilnahme, aber auch beim Rundgang der Kommission sind dazu sicherlich in allen Orten unabhängig von der Platzierung hilfreich.