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Nutzung

Die Teichwirtschaft stellt innerhalb der Kernzone mit einem Flächenanteil von 20 % nach der forstwirtschaftlichen Nutzung (41%) die gebietprägendste Nutzungsform dar und hat damit auch entscheidenden Einfluss auf die Artenvielfalt. Sie lässt sich bis ins 12. Jh. Zurückverfolgen, als Mönche des Zisterzienserklosters Waldsassen mit der Anlage von Teichen begannen. Die Blütezeit der fischereilichen Nutzung mit bis zu 1000 ha Teichfläche bei ca. 300 Teichen im Bereich des jetzigen Kerngebietes wurde gegen Ende des 16. J. erreicht. Nach der Säkularisation im Jahre 1802 wurden viele Teiche aufgrund rückläufiger Nachfrage (v.a. der Hauptfischart Karpfen) aufgelassen, so dass ihre Anzahl seit dem 19. Jh. wieder abnahm und derzeit rund 350 Hektar beträgt. Dazu kommen Nieder- und Übergangsmoorkomplexe (9%). Diese sind vor allem im Bereich der früheren Teichböden mit mehr oder weniger gut ausgeprägten Vermoorungen und Feuchtstrukturen vorhanden.

 Die hauptsächliche Nutzungsform der Fluss- bzw. Bachauen, welche im Frühjahr regelmäßig überschwemmt werden, besteht in der Grünlandnutzung (Anteil am KG: 17%). Rund 60 % davon, überwiegend Flächen an der Waldnaab, befindet sich im Eigentum des Freistaats Bayern (Wasserwirtschaftsamtverwaltung). Deren extensive Nutzung durch Landwirte als Pächter dieser Flächen mit dem Verzicht auf jegliche Düngung und dem Einhalten bestimmter Schnittzeitpunkte wird über den Abschluss von Bewirtschaftungsverträgen nach dem Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm sicher gestellt. Die übrigen in Privatbesitz befindlichen Wiesenflächen liegen im Bereich der Nebenbäche und werden zum Teil intensiv landwirtschaftlich genutzt.

 

Sämtliche Ackerflächen (Anteil am KG: <2%), vor allem im Auebereich liegend, konnten im Rahmen des Projekts erworben werden. Je nach naturschutzfachlicher Notwendigkeit erfolgt die Umwandlung in Grünland, an ausgewählten Standorten auf Böden mit einem hohen Anteil an Granitgrus ( anstehender „morscher Fels“ ) kann die Ackernutzung erhalten bleiben. Durch Anbau von Hackfrüchten ( z.B. auch historischer Kartoffelsorten) bzw. dem Anbau historischer lokaler Getreidesorten unter Verzicht auf Düngung (in begründeten Fällen ist eine Ausbringung von Festmist gestattet), chemischen Pflanzenschutz, Stoppelbrache im Winter sollen der jährliche Umbruch dieser Flächen gesichert und die heutzutage seltenen Acker-Offenlandgesellschaften bzw. Acker-Unkrautfluren gefördert werden. Anreiz für die Landwirtschaft zur Durchführung dieser Bewirtschaftungsformen ist wiederum die Koppelung an ein Vertragsnaturschutzprogramm und die Verpachtung dieser Flächen zum Nullpachtzins. Auf extrem schwer bewirtschaftbaren Feucht- und Nasswiesen, vor ca. 30 Jahren noch als Streuwiesen genutzt, hat sich die Landwirtschaft bereits zurückgezogen.

 

Die sich daraus entwickelten Grünlandbrachen, Hochstaudenfluren, Seggensümpfe nehmen einen Anteil von 11% des Kerngebiets ein. Die Waldflächen (41%) werden forstwirtschaftlich genutzt, wobei sich ein großer Teil im Eigentum des Freistaates Bayern (Bayerische Staatsforstverwaltung) befindet. Derzeit dominieren forstlich geprägte Fichten-Kiefernbestände bzw. reine Kiefern- oder Fichtenforste die Waldflächen im Kerngebiet; größere Laubholzbestände sind selten. Besonders im Bereich der ehemaligen Teichketten werden die Wälder von Entwässerungsgräben durchzogen. Langfristig streben die Forstverwaltungen, auch unter Mitwirkung des Projekts, eine Umstrukturierung der Bestände in artenreiche, standortgerechte Waldbestände an.

Naturschutzgroßprojekt Waldnaabaue
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