Landkreis Tirschenreuth
a Startseite > Verwaltung & Organisation > Fachbereiche > Gartenkultur > Aktuelles 2017 > "Gärtnern ohne Torf" - kein Problem für den Hausgarten
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Klimaschutz geht alle an. Der Landkreis Tirschenreuth hat dies erkannt und möchte dazu beitragen „klima-neutral“ zu werden. Jeder noch so kleine Schritt und viele Maßnahmen im Alltag können mithelfen, dieses Ziel zu erreichen. Deshalb ruft der Landkreis zum „Gärtnern ohne Torf“ auf und möchte die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, hier nach ihren Kräften mitzuwirken.

Früher wurde der Torf aus der Not heraus zum Heizen abgebaut, man sagte „gestochen“, deshalb die Bezeichnung Torfstich. Spuren davon kann man heute noch an vielen Orten im Landkreis wie beispielsweise in Tirschenreuth am heutigen Segelflugplatz sehen und manch älterer Bürger wird sich an schweißtreibende Arbeitseinsätze im Torfstich erinnern.

Heute wird Torf wegen seiner Eigenschaft, Luft und Wasser zu speichern, als Gartenerde und Blumensubstrat im großen Stil abgebaut – weniger direkt vor unserer Haustüre, sondern in Norddeutschland und immer mehr in den fernen baltischen und russischen Hochmooren. Der Transport über tausende Kilometer spielt da keine Rolle, weshalb torfhaltige Erden zum Teil zu Niedrigpreisen in Discountern und Baumärkten über den Tresen gehen.

 

 

 

Klimaschädlicher Torfimport

Die Verantwortlichen unseres Kreisverbandes sind sich einig: wir können nicht das brisante Thema Klimawandel anpacken, und beim klimaschädlichen Torfimport in den Hausgarten die Augen zumachen. Denn der Torf, der sich in Hoch- und Niedermooren über Jahrtausende von Jahren gebildet hat, gilt als sogenannte Kohlenstoffsenke; das ist ein immerwährender CO2-Speicher. Beim Torf-Abbau werden die Moore entwässert und dadurch zersetzt sich das organische Material und geht als CO2 in die Luft. Dasselbe passiert mit dem Torf in der Gartenerde. Die CO2-Emissionen aus dem Moorabbau in Deutschland entsprechen 4,5 Prozent der Gesamtemissionen und gelten als die größte Quelle für Treibhausgase nach dem Energiesektor, rechnen die Umweltverbände vor.

Alternative: Torffreie Substrate

Inzwischen gibt es zunehmend Alternativen zu den torfhaltigen Substraten, die aus Kompostmaterial aus Grünschnitt, regionalen Abfallstoffen, Holzfasern etc. zusammen gesetzt sind und eine gute Qualität aufweisen. Eine Reihe von Gartenbaubetrieben und Baumärkten haben inzwischen ihr Sortiment durch torffreie Erden erweitert. Natürlich können im Hausgarten aus dem eigenen Kompost Erden auch sehr gut selbst gemischt werden.

Liste mit den teilnehmenden Betrieben und den angebotenen torffreien Erden:

Argumentationshilfe gewünscht? - Wissenschaftlicher Artikel des Johann Heinrich von Thünen-Institutes (vTl) in Braunschweig

Klimaschutz durch Moorschutz in der Praxis.pdf

Veröffentlichung des Johann Heinrich von Thünen-Institutes (vTl) Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Bundesallee 50, D-38116 Braunschweig