Landkreis Tirschenreuth
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"Tatort Garten" zeigt wie sich Gärten verändern

Ausstellungseröffnung:
Landrat Richard Reisinger zusammen mit Kreisfachberater Arthur Wiesmeth und den Verantwortlichen des BN Landshut.

Gärten verändern sich, Gärten werden "modern" und "pflegeleicht". Was dabei auf der Strecke bleibt, ist die Vielfalt.

Dabei ist diese Vielfalt so wichtig. Biodiversität ist deshalb seit vielen Jahren einer der Arbeitsschwerpunkte der Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege in der Oberpfalz. 

Wir leben in einer Zeit des großen Artensterbens: Schmetterlinge, Wildbienen und viele andere Arten werden immer weniger und sterben aus, ohne dass wir davon Notiz nehmen. Mit ihnen verschwindet ein unermesslicher Schatz. Für uns erst unmerklich, später jedoch deutlich spürbar erschwert der Verlust der Arten die Bedingungen für unsere Nahrungsmittelproduktion, z.B. durch vermehrten Schädlingsbefall, durch ausbleibende Bestäubung von Kulturpflanzen und durch eine verminderte Bodenfruchtbarkeit. Und wir tragen dafür die Verantwortung. Triste, leblose Vorplätze und "Gärten" verstärken diesen Abwärtstrend.

Wir könnten stattdessen versuchen, auf unserem eigenen Grund und Boden Tieren und Pflanzen einen Platz zu geben, so dass die überleben können, die schon sehr lange vor uns da waren.

 

Die beiden Kreisfachberater im Landkreis Amberg Michaela Basler und Artur Wiesmet hatten die Idee mit der Fotoausstellung "Tatort Garten - Ödnis oder Oase" die ursprünglich von der BUND-Naturschutz-Kreisgruppe Landshut stammt, den Blick des Betrachters zu schärfen für das, was in neuerer Zeit in seiner Umgebung zum Schaden für die Natur und der ihr innewohnenden Ästhetik geschieht: Gärten in Siedlungsräumen, seien sie zur Straße hin geöffnet oder hinter mannshohen Mauern verborgen, fallen mehr und mehr einer Versteinerung anheim.

Immer mehr scheint in Vergessenheit zu geraten, dass Hausgrundstücke Teil des ökologischen Systems Landschaft sind. Flora und Fauna in unserer Umgebung rücken immer mehr in den Hintergrund, da wir unser Leben in Innenräumen einrichten und uns außerhalb des Hauses kaum mehr zu Fuß bewegen.

Hoffnung geben andere Bilder in der Ausstellung, auf denen der Ausstellungsbesucher sieht, wie die Natur sich im kleinsten Winkel entfaltet, wenn man sie nur lässt. Es entsteht ein Blickfang, der zum Verweilen einlädt. So könnten Siedlungsräume wieder Räume der Begegnung werden, wo Menschen gerne zu Fuß unterwegs sind, sich aufhalten und miteinander ins Gespräch kommen. Diese Erkenntnis soll den Besucher motivieren, wieder mehr Natürlichkeit im Garten zu wagen und zuzulassen.

Letztlich geht es auch um Kultur. Kultivierte Menschen sehen das Ganze, sehen die Zusammenhänge, spüren, dass der Mensch Teil eines umfassenden Ganzen ist und Verantwortung für andere Kreaturen trägt. Gartenkultur - diesen Titel tragen die Kreisfachberater in ihrer Berufsbezeichnung - meint die Art und Weise wie ein Mensch mit seinen ganz speziellen körperlichen und geistigen Fähigkeiten und seiner künstlerischen Veranlagung ein Stück Natur, meist rund ums Haus, gestaltet. Oder auch kürzer: Gartenkultur ist die körperliche, geistige und künstlerische Betätigung eines Menschen zur Wandlung eines Stücks Natur zum Garten.

Die Kreisfachberater gehen noch weiter und beziehen die Entwicklung der ländlichen Regionen und urbanen Zentren in Fragen der Grüngestaltung mit ein. Und das seit vielen Jahrzehnten.

Die Kreisfachberater in der Oberpfalz feiern 2018 100-jähriges Verbandsjubiläum.

Aus diesem Anlass wurde die Ausstellung "Tatort Garten" mit der Vorstellung der Geschichte und des Aufgabenrahmens der Kreisfachberater kombiniert.

Die Ausstellungsbesucher wissen, wenn sie im Sinne der Ausstellung erlebnisreiche und vielfältige Gärten anlegen wollen, wer ihre kompetenten Ansprechpartner in den Landratsämtern sind.