Landkreis Tirschenreuth
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Siegerehrung bei "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" in der Oberpfalz 2017

Das Bild zeigt von links u.a. den Bürgermeister von Fuchsmühl Wolfgang Braun, Staatssekretär Albert Füracker, die Herzogöder Abordnung und von rechts Bezirkstagsvizepräsident Volker Liedtke und den Leiter der Bewertungskommission im Bezirksentscheid Josef Hofbauer.
Für die Übergabe des Sonderpreises für "den Erhalt der traditionellen Kulturlandschaft" durften die Herzogöder nochmal auf die Bühne. Auch Kreisfachberaterin Manuela Pappenberger als Begleiterin und fachliche Ratgeberin der Dorfgemeinschaft war dabei.

Silbermedaille und Sonderpreis für Herzogöd

Ausgezeichnet wurden neben den Herzogödern sämtliche Preisträger des Oberpfälzer Bezirksentscheids im 26. Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden" am vergangenen Samstag bei einer Feierstunde im ACC in Amberg.

Der Markt Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach) und der Markt Lam (Landkreis Cham) repräsentieren die Oberpfalz im kommenden Jahr beim Landesentscheid. Die beiden Orte haben im Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" Gold gewonnen.

Herzogöder besichtigen Ursensollen

Eine stattliche Abordnung aus Herzogöd unter Leitung des Fuchsmühler Bürgermeisters Wolfgang Braun und der beiden Kreisfachberater Manuela Pappenberger und Harald Schlöger reiste nach Amberg, um den Preis in Empfang zu nehmen. Vorher stand aber noch die Besichtigung des Golddorfes Ursensollen auf dem Programm. Dort wurde vor dem Festakt eine Führung unter Regie von Bürgermeister Franz Mädler angeboten, die zeigte, wie nachhaltig sich die boomende Marktgemeinde entwickelt und wie dabei Wert darauf gelegt wird, Versiegelung zu vermeiden und die Durchgrünung der Ortschaft und der Ortszufahrten zu fördern. Visionäre Projekte wie der Kubus, ein „Hightech“-Veranstaltungsraum, oder das geplante Planetarium zeigen vom Mut der Bürger und Verantwortlichen.

44 Teilnehmer-Orte

Bezirksweit waren in diesem Jahr 44 Ortschaften zum Wettbewerb angetreten. Sie haben sich dem Votum der Bewertungskommission unter Leitung von Landwirtschaftsdirektor Josef Hofbauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gestellt. Hinter Oberfranken bot die Oberpfalz das zweitstärkste Teilnehmerfeld in Bayern auf. Beim Festakt in Amberg wurden nun die Besten mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet. Daneben wurden drei Sonderpreise vergeben. Eingeladen waren die Abordnungen der Preisträger-Orte sowie zahlreiche Ehrengäste. Allen voran Finanz- und Heimatstaatssekretär Albert Füracker, der die Medaillen überreichte.

In seiner Festansprache fand Füracker viele Lobesworte für die engagierte Arbeit in den prämierten Ortschaften. "Vielleicht stellt mancher unter Ihnen rückblickend die Frage, ob sich die Arbeit und das eingesetzte Geld gelohnt haben, um heute in Form einer Plakette und Urkunde bestätigt zu bekommen, dass Ihr Dorf ein Stück zukunftsfähiger und schöner geworden ist. Ich meine: Ja! Sie können heute in allen Fällen mit Stolz und Zufriedenheit auf Ihre Leistungen blicken und eine erfolgreiche Bilanz ziehen."

Besondere Anerkennung galt auch Herzogöd. Vom Vizepräsidenten des Verbands Garten- und Landschaftsbau Bayern wurde ein Sonderpreis für „das Bewahren der traditionellen Kulturlandschaft“ überreicht. Damit würdigt die Kommission das inzwischen jahrzehntelange Bemühen der Herzogöder, ihre Dorfidentität zu wahren und weiter zu entwickeln. Eine besondere Rolle kommt dabei beiden Vereinen „Dorfgemeinschaft Herzogöd“ und „Verein für Ökologie und Kultur e. V.“ zu. In ihnen finden sich nahezu alle Dorfbewohner wieder, um gemeinsam das Dorfleitbild weiterzuentwickeln und ein nachhaltiges Konzept zu verfolgen. Die Oberpfalz-Jury würdigt, dass sich die Ortschaft seit vielen Jahren mit der eigenen Identität auseinandersetzt. Ziel ist es zum Beispiel, Gebäudeleerstand durch Zuzug junger Familien oder Umwidmung in Ferienwohnungen zu vermeiden. Alle kümmern sich um Tradition, Brauchtum und Feste; herausragend ist die Rolle bei der Planung, Finanzierung und Realisierung der eigenen Abwasseranlage mit Klärteich, zu deren Umsetzung eigens der „Verein für Ökologie und Kultur e. V.“ gegründet wurde.

Füracker würdigte aber auch alle anderen Preisträger und betonte: "Das Schöne am Dorfwettbewerb ist, dass es eigentlich keine Verlierer gibt. Die geleistete Arbeit bleibt bei Ihnen, in Ihrem Dorf, das ist Ihr Gewinn - egal, wo Ihr Ort in der Rangliste gelandet ist. Ich ermuntere gerade die Gewinner einer Silber- und Bronzeplakette, die sich vielleicht mehr erhofft hatten, diesem Wettbewerb treu zu bleiben und Ihren Ort nach den Richtlinien weiterzuentwickeln."

Neu: Abschlußveranstaltung im Dorfwettbewerb

im Kreissiegerort Herzogöd am Samstag 8. Oktober 2016 um 10.00 Uhr

Programm zum Download.....

1. Sieger Herzogöd

Herzogöd überzeugt mit einem Dorfleitbild und nachhaltigem Entwicklungskonzept.

Herzogöd hat eine lebendige Dorfgemeinschaft, die Alt und Jung integriert; alle Bevölkerungsgruppen wirken in gleicher Weise an der Pflege der Gemeinschaft mit und sind in den beiden Vereinen „Dorfgemeinschaft Herzogöd“ und „Verein für Ökologie und Kultur e. V.“ vertreten.  

Herzogöd überzeugt mit einem Dorfleitbild und nachhaltigem Entwicklungskonzept. Man spürt, dass sich die Ortschaft seit vielen Jahren mit der eigenen Identität auseinandersetzt. Ziel ist es zum Beispiel, Gebäudeleerstand durch Zuzug junger Familien oder Umwidmung in Ferienwohnungen zu vermeiden. Alle kümmern sich um Tradition, Brauchtum und Feste; herausragend ist die Rolle bei der Planung, Finanzierung und Realisierung der eigenen Abwasseranlage mit Klärteich, zu deren Umsetzung eigens ein eigener Verein gegründet wurde.  

Herzogöd hat eine besondere Siedlungsstruktur – es gibt viele alte Hofstellen, die sich in Form eines Hufeisens entlang der Dorfstraße aufreihen und dahinter von Wald umgeben sind. Zahlreiche große Laubbäume, hauptsächlich Eschen, Bergahorn und Eichen, sowie Obstbäume verschiedenen Alters verzahnen die Bebauung mit der umgebenden Landschaft. Durch die Umsetzung des Leitbildes gelang es, viele dieser wertvollen ortsbildprägenden Altgebäude umzunutzen und damit langfristig zu sichern.  

Eine wichtige Einkommensquelle für Herzogöd liegt im kleinstrukturierten Tourismus. Unter den 15 Anwesen sind ein gutgehendes Cafe mit immerhin vier Arbeitsplätzen und einige Anbieter von Ferienwohnungen. Die kleinen Betriebe im Dorf, dazu gehört auch eine Kfz-Werkstatt mit 3 Arbeitsplätzen, weisen eine positive Entwicklung auf – die dafür erforderlichen Neubauten und der landwirtschaftliche Betrieb in der Ortsmitte, der aufgrund eines Brandes weitgehend neu errichtet ist, müssen aber in der gleichen Qualität eingegrünt werden wie viele Bereiche bei den Altbauten.  

Die Grüngestaltung zeichnet sich durch einen wertvollen Altbaumbestand aus, der in den letzten Jahren durch weitere Baumpflanzungen und die Anlage einer Streuobstwiese ergänzt wurde. Aktuell wurde der Spielplatz dorfgerecht umgestaltet und mit einer zweckmäßigen Geräteausstattung versehen. Neu ist eine Abtrennung auch für die älteren Kinder, die einen eigenen Fußballbereich bekommen. Integriert hat man einen behutsam in das Gelände eingepassten Parkplatz, der für die vielen Langläufer im Winter ein geordnetes Parken ermöglicht und im Sommer nicht als Parkplatz auffällt. Die Stellfläche ist hinsichtlich der Anordnung und Materialwahl ganz naturverträglich ausgeführt. Dasselbe gilt für den erweiterten Gastronomieparkplatz, den Wanderer ebenfalls nutzen. Zur Strukturierung wäre dieser zusätzlich mit größeren Bäumen zu versehen, ebenso wie das gegenüberliegende Marterl mit einem Großbaum.   Eine Bereicherung für die Urlaubs- und Tagesgäste ist die Umstellung des Landwirtes nach dem Brand auf Freilaufhaltung. Der Erlebniswert des Dorfes wird dadurch gestärkt.  

Insgesamt ist Herzogöd wohltuend einfach und naturnah gestaltet. Entsprechend dem Leitbild verzichten die Dorfbewohner auf fremdländische Gehölze und Koniferen. Allerdings gibt es mit der Pflanzung einer Thujenhecke bei einem Neubau andere Tendenzen, die es zu vermeiden gilt. „Waldbäume“ sind auf den bis ans Dorf heranragenden Steinwald beschränkt. Einzig der Bereich um die Antoniuskapelle weist eine durchgewachsene Fichtenschonung auf, die die eigentlich optimal gepflanzten vier Linden von einer Seite bedrängen. Hier ist eine ersatzlose Fällung und damit Freistellung des Ensembles Kapelle und Linden anzustreben.  

Positiv fiel der Kommission der seit der letzten Teilnahme am Wettbewerb im Rahmen eines Naturpark-Projektes „Ortseingang Herzogöd“, errichtete Wanderparkplatz mit Informationstafel auf. Die Abgrenzung mit Gabionen passt sich bei der Auswahl des Gesteines den Lesesteinwällen in den angrenzenden Waldrandbereichen an.        

Bilder zum Kreissiegerdorf Herzogöd:

Die Bewertungskommission beim Rundgang in Herzogöd

Erläuterungen zu den weiteren Dörfern

2. Platz Maiersreuth

Auf Platz 2 mit 79 Punkten folgte die Ortschaft Maiersreuth (Markt Neualbenreuth).  

Maiersreuth zeichnet sich durch viel Eigeninitiative der Dorfbewohner bei der Pflege und Gestaltung des Ortsbildes aus. Die Teilnahme am Wettbewerb ist geeignet, dies noch weiter zu fördern, zumal große Herausforderungen auf das Dorf zukommen, wie der nahende Ausbau der mitten durchs Dorf führenden Staatsstraße.  

Die Dorfgemeinschaft funktioniert hervorragend, insbesondere das Zusammenwirken von Alt und Jung ist beachtenswert. Die Dorfgemeinschaft zusammen mit dem wichtigsten Verein der Feuerwehr sorgen für eine lebendige Dorfkultur bei Brauchtumspflege und vielen Festen. Die Jugend ist sehr gut integriert und wird mit ihren Anliegen und Wünschen ernst genommen . Ein schönes Beispiel dafür ist der Wunsch nach einem eigenen kleinen Gebäude für die Dorfjugend in der Ortsmitte, dessen Realisierung mit viel Eigeninitiative vorangetrieben wird. „Architektenwettbewerb“ in Form eines Malwettbewerbes, Veranstaltung eines Jugend-Dorffestes um einen finanziellen Grundstock zu legen und von den Kindern verfasste Anschreiben an die Gemeinde, mit Bitte um Unterstützung sind gute Beispiele für diese Eigeninitiative.

Die Kreiskommission ist sich deshalb einig, dass dieser Initiative ein Sonderpreis „Projekt: Kinder- und Jugendhaus am Muglbach“ verliehen wird, der mit Urkunde und Geldprämie ausgestattet ist.  

Die Kapelle im Privatbesitz wurde vor kurzem renoviert und ist in einem sehr guten Zustand. Leider ist im Umfeld die Zukunft des ehemaligen Badehauses Maiersreuth, das als Keimzelle des Sybillenbadneubaus angesehen werden kann, ungeklärt.   Genauso wichtig, wie sich der Zukunft des Badehauses anzunehmen, ist es Lösungen für die zum Teil ungenutzten Nebengebäude der Hofstellen zu finden. Insbesondere bei dem nach einem Brand notdürftig errichteten Ersatzbau an der Mühle sollte der Weiterbau in Richtung Ferienwohnungen weiter betrieben werden. Eine Nutzungsfindung auch bei allen angesprochenen Gebäuden, mit den zum Teil mächtigen, mit schöner Holzverschalung versehenen Stadeln, und mit entsprechender Sanierung würde dem Dorf in seiner Identität weiterhelfen.   Maiersreuth achtet in vielen Bereichen auf Nachhaltigkeit: Photovoltaik, Wasserkraftnutzung am wieder errichteten Mühlrad, Hackschnitzel und Stückgutheizungen dienen zur Energieversorgung. Die Biogasanlage, 400 Meter von Dorf entfernt, gehört auch dazu. Dort vermissen wir allerdings die Bereitschaft die als Auflage gegebenen Eingrünungen umzusetzen.     Bei der Lage in der Landschaft und der Ortsdurchgrünung fällt die gute Verzahnung des Dorfes mit der umgebenden Landschaft auf. Dazu tragen die entlang der Zufahrten an den großzügigen Straßendämmen befindlichen Grünstrukturen mit altem Baumbestand und die Eingrünung der Talaue entlang des Muglbaches bei.    

Innerorts prägt der großzügige Dorfanger die Gestaltung. Dazu tragen die weit zurückgenommenen Hofstellen mit den Obstgärten aber auch die vor kurzem durchgeführte Auslichtung am Grünbestand des Baches innerorts bei. Die Festwiese wird extensiv als Grünland genutzt und ist ebenfalls von Obstbäumen umsäumt.   Die Ortschaft hat das Potential, mit Weiterentwicklung im Sinne eines Leitbildes, dem hervorragenden Engagement der Dorfbevölkerung und den bereits erfolgten Grüngestaltungsmaßnahmen eine noch erfolgreichere Rolle im Dorfwettbewerb zu spielen. Allerdings sollte man sich gemeinsam darüber klar werden, welche Funktion die Ortsdurchfahrt in Zukunft erfüllen soll. Diese Wünsche sind dann klar mit dem verantwortlichen Straßenbauamt zu kommunizieren. Insbesondere eine Verbindung des Gedankentalweges mit dem Therapiepfad, eventuell mit der Schaffung einer Raumsituation mit relativ gefahrlosen Übergang, der gleichzeitig den Verkehr bremst, sollte hier Priorität haben.

Sonderpreis für den Erhalt des alten Baumbestandes geht an Hohenthan.

Einen Sonderpreis erkennt die Kommissionder Ortschaft Hohenthan zu. Grund ist der hervorragende Altbaumbestand, insbesondere der Bereich um die mächtige Pfarrkirche mit dem schön gestalteten „grünen“ Friedhof.

Das alte Pfarrdorf Hohenthan ist mit einer seit zehn Jahren stabilen Dorfbevölkerung von 285 Einwohnern das größte Dorf im diesjährigen Kreisentscheid. Beeindruckt zeigt sich die Bewertungskommission von vielfältigen Vereinsleben sowohl im kirchlichen als auch weltlichen Bereich. Kulturelle Highlights sind zum Beispiel Konzerte in der großen Pfarrkirche und Traditionsfeste wie das Backofenfest, das seit mehr als 25 Jahren veranstaltet wird.

Hervorragend ist das ehrenamtliche Engagement in Trägervereinen wie dem Förderverein für das Freibad Altglashütte, dem Skiclub, der sich um den Skilift kümmert, oder der Feuerwehr, die ein eigenes Gebäude unterhält und zusätzlich das alte Schulhaus nutzt, und dem Soldaten- und Kriegerverein, der sich um das Kriegerdenkmal in der Ortsmitte kümmert.  

In Hohenthan findet man viele wirtschaftliche Initiativen, die auf privater Basis fußen. Die Grundversorgung ist mit eigenem Bäcker und Metzger gewährleistet. Es gibt zwei Gaststätten, einer Getränkehändler und eine Bankfiliale mit Geldautomaten. Einer privaten Initiative ist zu verdanken, dass sich in Hohenthan am inzwischen verwaisten Lagerhaus die inzwischen einzige Tankstelle der Stadt Bärnau befindet. Sehr positiv für die gesamt Stadt Bärnau sind die zur Verfügung stehenden 60 Arbeitsplätze im Bereich Textilgroßhandel und Gürtelfabrikation. Landwirtschaft beschränkt sich auf einen Vollerwerbs- und mehreren Nebenerwerbsbetriebe.  

Ein bauliches Highlight ist das Ensemble rund um die Pfarrkirche und den in langer ehrenamtlicher Arbeit saniertem Pfarrhof mit den mächtigen Ökonomiegebäuden. Die lange Entwicklung seit 1294 als Egerländer Reichsdorf und die Bedeutung des Pfarrdorfes Hohenthan ist hier zu spüren und die gelungene Sanierung wird dieser Historie gerecht. Ziel muss sein, diesen Bereich im Dorf als räumliches und kulturelles Zentrum im Dorf weiter zu stärken. Dazu gehören ein Wegekonzept mit Integration einer verbesserten Anbindung der Kirche auch für Senioren und Behinderte an den Dorfplatz zwischen Kirche und Kriegerdenkmal. Der langfristig angestrebte Ausbau der Ortsdurchfahrt sollte dorfverträglich erfolgen und die Platzsituationen berücksichtigen. Großflächige Teerungen sind dabei zu vermeiden. Vorbildlich bei der Gestaltung von Wegen und Parkbereichen ist zum Beispiel der rückwärtig zum Friedhof angelegte Parkplatz. Das Entwicklungskonzept sollte nach einem klaren Leitbild angelegt werden und aufzeigen wie eine zukünftige Nutzung des Pfarrhofes, aber auch des am anderen Ende des Altortes befindlichen Schulhauses durch Bevölkerung, Vereine und Tourismus möglich ist. Für das leerstehende Gebäude der ehemaligen Brauerei Reichel ist der als Option angedachte Abriss erst nach Ausschöpfung aller anderen Möglichkeiten sinnvoll, da dieses Gebäude für das Raumkonzept entlang der Ortsdurchfahrt und den Platz bei der Kirche eigentlich unentbehrlich ist. Beim Pfarrhof hat sich gezeigt, dass sich ein bereits diskutierter und dann nicht durchgeführter Abriss als Segen herausgestellt hat. Natürlich wird es ungleich schwerer so hohe Zuschüsse von verschiedenen Förderstellen zu generieren.  

Die Grüngestaltung ist weitgehend dorfgerecht und hat mit dem Altbaumbestand ein herausragendes Element. Obstbäume und Heckenstrukturen am Ortsrand ergänzen dies gut. Wenige Koniferen, zum Beispiel in Privatanwesen und beim Schulhaus stören und sollten sukzessive entfernt werden. Der Friedhof ist als „grüner Friedhof“ angelegt und hat durch die Entzerrung der Grabstellen mit dem Rasen dazwischen weiter gewonnen. Die Materialien für Wege, Schöpfbecken und die mächtige Friedhofsmauer sind hochwertig und passen zum Ensemble. Die Gestaltung des Kriegerdenkmales ist gelungen. Die Bäume rahmen das mächtige Denkmal ein und ermöglichen eine fließende Gestaltung. Auffallend ist die Koppelhaltung bei der Ziegenzucht in einem eigentlich gestalterisch sehr wichtigen Bereich im Altort. Der einzig verbliebene Obstbaum ist bereits durch die Ziegen geschädigt. Ersatz- und Neupflanzungen, die entsprechend geschützt werden, wären angebracht. Die Fläche ist aber eigentlich Entwicklungsfläche auch für innerörtliche Bebauung. Der Verzicht auf weitere Neubauten am Ortsrand, zum Beispiel vom neuen Baugebiet weiter östlich oder im nördlichen Bereich bei den Gewerbebauten wäre zugunsten einer Weiterentwicklung dieser Fläche angebracht. Der Spielplatz ist sehr schön unter dem Hecken- und Baumbestand bedarfsgerecht angelegt. Die Privatgärten sind in unterschiedlicher Qualität gestaltet. Man sollte harmonische einfache und dorfgerecht angelegte Gärten mit Obstbäumen, Wildgehölzen und althergebrachten Stauden bevorzugen. Vorbildlich ist die Initiative des Heimatvereines, für Obstbaum- und Kletterpflanzenverwendung in den Privatgärten Zuschüsse bereitzustellen.  

Die Grünstrukturen setzen sich mit straßen- und böschungsbegleitenden Hecken bis in die Landschaft fort. Defizite gibt es aber bei der Eingrünung der Gewerbebauten am nördlichen Ortsrand.

Siedlung Friedenfels plant Spielplatzprojekt aus dem Dorfwettbewerb heraus

Standort für den geplanten Spielplatz: Am Sportplatz und im Bereich von Rad- und Wanderweg.
Gartenstraße: Konzept für Sanierung erforderlich - dabei wird ein verträglicher Rückbau unvermeidlich sein.
Anbindung der Siedlung an den Hauptort Friedenfels durch Pflanzung einer Baumreihe möglich - Dabei sollte auch an die Platzgestaltung im Bereich des Siedlungsbeginns gedacht werden.
 

Für die vierte Ortschaft, die Siedlung Friedenfels, diente die Teilnahme am Dorfwettbewerb auch als Einstieg und Bestandsaufnahme.

Die Siedlung setzt sich klar vom Hauptort ab, was auch beibehalten werden sollte. Eine Anbindung ist eher über eine Verbesserung bei der Grünstruktur, zum Beispiel durch eine Baumreihe entlang der Grenzbachstraße sinnvoll.  

Die Siedlung hat aufgrund der Entstehung in den 20er und Erweiterung in den 60er Jahren eine harmonische Baustruktur. Eine Sicherung dieser Grundstruktur mit Hilfe einer Satzung ist überlegenswert. Substanzschonende Erweiterungen und maßvolle Bautätigkeit sollte aber möglich sein.

Eine Option im Dorfwettbewerb ist, erkannte notwendige Maßnahmen durch die Dorfgemeinschaft als Leader-Projekt unter dem Dach „Bürger gestalten ihre Heimat“ anzumelden. Für die Bürger im Ortsteil Siedlung Friedenfels  hat sich herauskristallisiert, dass für junge Familien kein Angebot besteht und ein Spielplatz, der zusätzlich verschiedenen anderen Zielgruppen nützlich sein könnte, wünschenswert ist. Weitere Nutzer wären Radfahrer und Wanderer, die die überörtlichen Wege nutzen und für die so eine attraktive Rastmöglichkeit geschaffen werden könnte. Die dritte Gruppe, die bedient werden könnte, sind die Besucher der Sportveranstaltungen.  

Eine insgesamt positive Weiterentwicklung des Ortsteils könnte mit so einem Projekt angestoßen werden.  

Handlungsbedarf besteht zum Beispiel bei der Strukturierung des Straßenraumes im Bereich der Gartenstraße. Baumpflanzungen und Rückbau des als Straße genutzten Bereiches erachtet die Kommission als Ziel. Auch im Bereich der Anbindung an den Hauptort erkennt die Kreiskommission Verbesserungsbedarf.