Landkreis Tirschenreuth
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Jugendthemen, Interessen und Lebenslagen von jungen Menschen sind immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Realitäten. Mit dem Forum "Jugendarbeit im Blick" möchte die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth einmal jährlich aktuelle Themen rund um die Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus nehmen. Eingeladen hierzu sind alle Aktiven und Interessierte in der Arbeit mit und für Jugendliche. Das Forum findet jährlich im Herbst statt. Thema und Ort werden zeitnah in der Presse bekannt gegeben.

Jugend und ihre Räume

Mit dem Forum Jugendarbeit im Blick nimmt die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth einmahl jährlich aktuelle Themen rund um die Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus. Das diesjährige Forum beschäftigte sich mit dem Thema Jugendliche und ihre Räume. Eingeladen dazu waren unter anderem die Bürgermeister der 26 Landkreiskommunen, deren Jugendbeauftragte und Jugendgremien, der Kreisjugendring, sowie verantwortliche Ansprechpartner der bestehenden Jugendtreffs im Landkreis. Zu Beginn des Abends gab Kommunale Jugendpflegerin Theresia Kunz eine kurze Einführung in die  Thematik. Dabei betonte sie die zentrale Aufgabe der Jugendarbeit Jugendlichen Gestaltungs- und Entfaltungsräumeräume zu eröffnen. Damit sich Jugendliche beheimatet fühlen ist es wichtig ihren  Lebensraum mitgestalten zu können. Wenn sich Jugendliche in ihren Gedanken und Ideen ernst genommen fühlen, werden sie sich als Erwachsene in ihrer Heimatgemeinde eher engagieren und aktiv ihren Part zu Prozessen kommunaler Entwicklung beitragen. Ein Jugendraum als tatsächlicher räumlicher Treffpunkt steht zentral im Mittelpunkt der Jugendarbeit, dazu gab es einen aktuellen Überblick über die bestehenden Jugendräume im Landkreis Tirschenreuth.

Anschließend stellte der Referent des Abends, Herr Peter Weigl vom Verein Jugendarbeit im Landkreis Regensburg e.V., ein interessantes Modell vor, wie professionelle Jugendarbeit  in den Gemeinden dort organisiert wird. Durch interkommunale Zusammenarbeit ist es auch kleinen Gemeinden möglich, neben der ehrenamtlich geleisteten Jugendarbeit, pädagogisch begleitete Jugendarbeit anbieten zu können. Vor allem die Arbeit in den Jugendtreffs erfährt dadurch eine besondere Qualität und  Beständigkeit. Der Referent ging detailliert auf die einzelnen Facetten des Modells ein, von der Struktur der Buchungskontingente  über organisatoriche Regelungen bishin zu konkreten Beispielen der tatsächlichen Arbeit der Gemeindejugendpfleger in der jeweiligen Kommune. Den Ausführungen schloss sich eine rege Diskussion und Nachfragen der Teilnehmerrunde an. Dabei wurden unter anderem auch die Informationen  des Amtes für ländliche Entwicklung durch Frau Huberta Bock zum Lehrstandsprogramm und Fördermöglichkeiten  für z. B. Jugendräume sehr interessiert aufgenommen.

Wie Jugend tickt - Vorstellung der 17. Shell Jugendstudie

Jugendthemen, Interessen und Lebenslagen von jungen Menschen sind immer auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Realitäten. Mit dem Forum Jugendarbeit im Blick möchte die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth alljährlich im Herbst aktuelle Themen , die besonders die Jugend in der Region betreffen in den Fokus nehmen.

Zum Forum Jugendarbeit im Blick 2015 konnte der Mitautor der aktuellen Shell - Jugendstudie Ingo Leven gewonnen werden. Er stellte die 17. Shell Jugendstudie vor.

Im Vorspann dazu wurden von Seitens des Landkreises die Ergebnisse eines Landkreis Checks im Rahmen eines Jugendworkshops von 2014 durch Stephanie Wenisch und Florian Preisinger vorgestellt.

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Ich bleib da! – was junge Menschen in der Heimat hält

Ich bleib da! – was junge Menschen  in der Heimat hält griff die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Tirschenreuth ein brandaktuelles Thema auf. Der Referent Winfried Pletzer vom Bayerischen Jugendring nannte es sogar die Jugen- und sozialdpolitische Herausforderung  in einem entscheidenden Jahrzehnt.

Gerade  unter dem Zeichen der geringer werden Einwohnerzahlen im Landkreis, ist es wichtig auf die junge Generation einen Blick zu werfen. Die jungen Erwachsenen von 18 bis unter 21 Jahren werden, laut Statistik, im Landkreis Tirschenreuth um 35,1% bis zum Jahr 2025 sinken. Diese ernüchternde Entwicklung hat natürlich weitreichende Konsequenzen für den Landkreis. Aktive-bürgerschaftlich engagierte Menschen – Pletzer nannte sie die MACHER einer Gesellschaft -  werden dadurch zur Mangelware. Daraus resultiert ein Schwinden des sozialen Zusammenhalts und des freiwilligen Engagements.

Der Referent stellte die Frage: Was brauchen junge Leute, damit sie in der Region bleiben, oder wieder in ihre Heimat zurückkehren, wenn man eventuell zu Ausbildung oder Studium weg war. Adequate  Arbeitsplätze sind nur ein Faktor unter einer  Vielzahl anderer Faktoren, die den Anstoß hierzu geben, denn es gibt laut Pletzer keine „Demografie-Rendite“. „Es wird nicht weniger – sondern mehr Engagement und Intensivierung der Förderung und Unterstützung von jungen Menschen erforderlich sein“.

Die Geschwindigkeit und die Ernsthaftigkeit, mit der dieser Sachverhalt zur Kenntnis genommen und in konkretes Handeln umgesetzt wird, wird wesentlich über die Zukunftschancen der Städte und Gemeinden, damit aber auch die des jeweiligen Kreises und des Landes entscheiden.

Kinder, Jugendliche und jungen Familien sind ein knappes und damit wertvolles Gut und somit müssten Städte und Gemeinden in den weichen  Standartfaktor Kind-Jugend- und Familienfreundlichkeit investieren und zwar so gut man kann und nicht so schlecht man darf forderte Pletzer. Als Perspektiven zu bleiben bzw. zum Rückkkehren junger Menschen in ihre Heimat führte  der Referent in Form einer Hitliste Faktoren auf, die in einem Workshop mit  Jugendlichen aus dem Allgäu erstellt wurde. Neben  bekannten „Bleibfaktoren“ wie leistbares Wohnen ausreichend Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie optimale öffentliche Verkehrsverbindung, stand jedoch an  oberster Stelle  die Möglichkeit der aktiven Bürgerbeteiligung der jungen Menschen, gefolgt von Werten wie Zusammenhalt, Zufriedenheit, Toleranz, Respekt und Offenheit in der Umgebung in der man leben will. Gerade da setzt eine aktive  Jugendarbeit in den Vereinen , in der Kommune, im Sozialraum an, so der Referent. Es schloss sich  dazu ein rege Diskussion der Forumsteilnehmer an.

Winfried Pletzzer appellierte zum Schluss an alle politischen Entscheidungsträger: Kommunale Jugendpolitik ist srategische Entwicklungsaufgabe, ist Standortpolitik, ist große Sache, ist Chefssache!