Landkreis Tirschenreuth
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Wachstum, Widerstand, Wohlstand als Dimensionen regionaler Energieflächenpolitik

Der Landkreis Tirschenreuth

Der Landkreis Tirschenreuth versteht sich als Klimaschutz- und Erneuerbare-Energien-Region. Die nordostbayerische Region an der Grenze zu Tschechien ist mit 68 Einwohnern je Quadratkilometer sehr dünn besiedelt.

Das Klimaschutzkonzept für den Landkreis wurde seit 2008 erarbeitet und 2010 verabschiedet. Auf dieser Grundlage treibt der Landkreis mit seinen Kommunen und regionalen Unternehmen den Aufbau einer innovativen, regionalen Energieversorgung voran.

Die waldreiche, landwirtschaftlich und touristisch geprägte Region bietet vielfältige Möglichkeiten der Flächennutzung für die Produktion regenerativer Energien. Während das Potenzial der energetischen Nutzung von Biomasse schon heute zu einem hohen Prozentsatz ausgeschöpft wird, bedarf es einer sensiblen weiteren Entwicklung des regenerativen Energiemixes von Wind-, Solar- und Bioenergie. Chancen und Risiken werden vor Ort auch unter dem Aspekt des besonderen Erholungswertes und der landschaftlichen Attraktivität der Region diskutiert.

Die Region hat sich zum Ziel gesetzt...

  • auf Basis des Klimaschutzkonzepts die gesellschaftsverträgliche Produktion von Wind-, Solar- und Bioenergie mit regionaler Wertschöpfung zu entwickeln,
  • die für eine sinnvolle regionale Flächennutzung erforderlichen Daten zu erfassen und Kooperationsstrukturen zu etablieren und
  • Kommunen und regionale Unternehmen sowie die interessierte Öffentlichkeit in die Entwicklung der regionalen Energieflächenpolitik einzubinden.

Herausforderungen und Ziele

Energiewende und Erneuerbare Energien-Gesetz haben die Nachfrage nach Flächen für Anlagenstandorte und Biomasseproduktion in ländlichen Regionen spürbar erhöht. Nun gilt es für die Kommunen zu überprüfen, welche Erneuerbaren Energien unter technischen, ökologischen, wirtschaftlichen und Akzeptanz-Gesichtspunkten am besten auf welchen Flächen realisiert werden können.

Dafür erforderliche Instrumente entwickelt ein Forschungsteam der TU Berlin, BTU Cottbus und Hochschule Anhalt unter Leitung des inter 3 Instituts für Ressourcenmanagement gemeinsam mit Praxispartnern in drei Regionen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ( BMBF) gefördert. Ansprechpartner im Landkreis Tirschenreuth sind Florian Rüth (Projektleitung) und Susanne Stangl (Regionalkoordinatorin) - Kontakt siehe rechts.

Projektziel: Sinnvolle Flächennutzung zur Gewinnung Erneuerbarer Energien

Bis 2016 forscht das Team im Auftrag des BMBF in der Stadt Uebigau-Wahrenbrück (Brandenburg) sowie den Landkreisen Wittenberg (Sachsen-Anhalt) und Tirschenreuth (Bayern) zur Frage, wie geeignete Flächen für Erneuerbare Energien optimal genutzt werden können und welcher politischen Prozesse und Reformen es hierfür bedarf. Das Forscherteam erarbeitet Instrumente zur Abschätzung des regionalen Energieverbrauchs und der technisch, sozioökonomisch und ökologisch sinnvollen Inwertsetzung knapper Flächen zur Nutzung Erneuerbarer Energien. Diese werden in (inter-)kommunale Politikprozesse eingebettet, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien langfristig ökologisch, ökonomisch und sozial tragfähig zu gestalten.

Nutzungspotenziale messen, Akzeptanz erkunden, Instrumente für den regionalen Wohlstand entwickeln.

Entwicklung räumlicher Steuerungskonzepte unterstützt werden. Mit einem Geoinformationssystem (GIS) wird abgebildet, welche Flächen für die Nutzung welcher Erneuerbarer Energien zur Verfügung stehen. Eine Energiebedarfsbilanzierung ermittelt, inwieweit der regionale Energiebedarf durch Erneuerbare Energien gedeckt werden kann. Mit Akzeptanz- und Wohlstandsradars können Akzeptanz und Wohlstandseffekte verschiedener Flächennutzungsvarianten zur Nutzung Erneuerbarer Energien erfasst und vergleichend bewertet werden.

Anwendung und Zielgruppen

Für Kommunen soll ein GIS-basiertes Instrument zur Flächennutzung zur Verfügung stehen, mit dem sie umwelt- und sozialverträglich an der energiewirtschaftlichen Wertschöpfung im Wachstumsmarkt Erneuerbare Energien teilhaben können.

Geeignet für

  • Politik und Verwaltung (kommunal, regional)
  • Regionalplanung
  • kommunale Versorgungsunternehmen

Das Projekt wird gefördert durch:

Weitere Informationen zum Projekt unter

http://www.w3-energieflächenpolitik.de