Landkreis Tirschenreuth
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Einleitung

Die Waldnaabaue im Nordosten Bayerns nahe der Grenze zu Tschechien präsentiert sich als ein Mosaik aus Feuchtwiesen, feuchten Wäldern und Moorflächen, in deren Zentrum mit der Teichlandschaft der "Tirschenreuther Teichpfanne" einer der größten und ältesten Teichkomplexe der Bundesrepublik liegt. Das Gebiet wird auf mehr als 3000 ha von keinen öffentlichen Verkehrswegen durchschnitten und ist deshalb für die Öffentlichkeit, aber auch für Land- und Forstwirtschaft, nur wenig erschlossen.

In den Blickpunkt des Naturschutzes rückte die Waldnaabaue erstmals vor knapp 25 Jahren, als Pläne für einen riesigen Speichersee westlich von Tirschenreuth ("Gumpenspeicher") öffentlich wurden, der die gesamte Aue der Waldnaab westlich von Tirschenreuth fluten sollte. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch Anfang der 1980er Jahre, nachdem die herausragende Bedeutung der Waldnaabaue für den Arten- und Biotopschutz und insbesondere für die Avifauna deutlich wurde. In der Folgezeit begannen seitens der Naturschutzbehörden Überlegungen, wie das Gebiet der Waldnaabaue langfristig gesichert werden kann. Dies mündete schließlich in einen Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm "Naturschutzgroßprojekte von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung", der 1998 vom Landkreis Tirschenreuth als Träger gestellt wurde.

Im Jahr 1999 wurde dieser Antrag vom Bundesamt für Naturschutz unter dem Titel "Waldnaabaue“ bewilligt. Bei der abschließenden Gebietsabgrenzung betrug die Kerngebietsfläche 1600 ha, das Gesamtprojektgebiet umfasst (einschließlich Kerngebiet) insgesamt 3200 ha. 2195 ha des Projektgebietes wurden vom Land Bayern im September 2003 als FFH-Gebiet unter der Kennnummer 6139-301 für das europäische Schutzgebietssystem gemeldet (BStMLU 2003). Das auf eine Laufzeit von 10 Jahren konzipierte Vorhaben hat ein Gesamtfinanzvolumen von rund 4,5 Mio. €, die zu 75% vom Bund (BMU), zu 15% vom Freistaat Bayern und zu 10% vom Landkreis Tirschenreuth als Projektträger aufgebracht werden. Von der Gesamtsumme werden Grunderwerb, biotopersteinrichtende Maßnahmen, der Pflege- und Entwicklungsplan sowie Sach-, Personal- und Reisekosten für die Projektdurchführung finanziert.