Landkreis Tirschenreuth
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Vorbeugen ist besser als heilen: Wasserschutzgebiete sorgen dafür, dass wir auch in Zukunft sauberes Wasser haben.

Grundwasser ist in den meisten Gebieten naturgegeben gut geschützt. Die Deckschichten über dem Grundwasser bieten allerdings nicht überall gleich guten Schutz. Lockergesteine z. B. filtern das Wasser ausgezeichnet. Je feiner die Poren und je länger die Fließstrecke des Sickerwassers bis zum Grundwasser, umso besser die Filterwirkung. Besteht der Untergrund dagegen aus zerklüftetem Gestein, ist die Filterwirkung geringer. Den besten Schutz bietet aber die belebte Bodenzone (Humus).

Die Bodenschichten können ihren Schutz nur dann entfalten, wenn ihre Wirksamkeit nicht durch Aufgrabungen vermindert oder durch starke Verunreinigungen überfordert wird. Es geht nicht ohne zusätzlichen Schutz, besonders dort, wo Trinkwasser gewonnen wird, innerhalb der Einzugsgebiete von Brunnen und Quellen. Diesem Zweck dienen Wasserschutzgebiete.

Hier ist z. B. die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe nur bedingt möglich. Auch Kiesabbau oder andere Abgrabungen sind verboten bzw. eingeschränkt, weil sie die schützende Deckschicht über dem Grundwasser beschädigen oder ganz zerstören. 

Wasserschutzgebiete - hohe Lebens- und Umweltqualität

Wasserschutzgebiete sorgen nicht nur für naturreines Wasser. Sie schützen auch die Umwelt und dienen letztlich dem Verbraucherschutz. Wo Gewässer- und Naturschutz Vorrang haben, stellen sich höchst erfreuliche Nebenwirkungen ein: Lebensqualität für die ansässige Bevölkerung bleibt erhalten, Erholungs- und Freizeitwert steigen, die Zersiedelung der Landschaft und die Versiegelung der Oberflächen sind gestoppt, Zufluchtsräume bedrohter Tier- und Pflanzenarten leben wieder auf.

Drei Schutzzonen für das Trinkwasser

Wasserschutzgebiete umfassen den empfindlichen Teil des Grundwassereinzugsgebiets der Brunnen und Quellen. Die natürliche Schutzwirkung des Untergrundes, Fließrichtung und -geschwindigkeit sind ausschlaggebend für Größe und Lage eines Wasserschutzgebietes. Nach sorgfältiger Auswertung hydrogeologischer Untersuchungen werden um die Wasserfassung herum drei Zonen ausgewiesen. Die Risiken für das Trinkwasser sind je nach Entfernung zum Brunnen und Wirksamkeit der Deckschichten unterschiedlich groß. Je weiter eine Fläche vom Brunnen entfernt ist, desto geringer sind meist die Einschränkungen der Nutzungen.

Der "Fassungsbereich" (Zone I)

schützt die Brunnen und Quellen sowie ihre unmittelbare Umgebung vor jeglicher Verunreinigung. Diese Fläche wird deshalb eingezäunt.

Die "Engere Schutzzone" (Zone II)

stellt vor allem den Schutz vor Verunreinigungen durch Krankheitserreger sicher. Deshalb dürfen hier z. B. auf keinen Fall Abwasser und Gülle in den Boden eindringen. Die Zone II muss so groß sein, dass das Grundwasser von der Außengrenze bis zu den Brunnen oder Quellen 50 Tage im Untergrund unterwegs ist, da es in dieser Zeit von Krankheitserregern ausreichend gereinigt wird.

Die "Weitere Schutzzone" (Zone III)

bietet Schutz vor schwer abbaubaren Verunreinigungen, z. B. durch Chemikalien, im großräumigen Umfeld der Wassergewinnungsanlage. Sie ermöglicht auch eine ausreichende Reaktionszeit bei Unfällen. Bei großen Wasserschutgebieten kann die "Weitere Schutzzone" (Zone III) in eine Zone IIIA und eine Zone IIIB aufgeteilt sein - mit unterschiedlichen Geboten und Auflagen.

Ansprechpartner

  • Herr Hermann Engl (Tel.: 09631 88-252)