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Fachtag des Runden Tisches Arbeit und Inklusion: Thema Mental Health


Wie gelingt Mentale Gesundheit im Arbeitsleben? Diese Frage wurde beim Fachtag für Unternehmen der Nordoberpfalz am 16. April im Landratsamt Tirschenreuth beantwortet.

Einblick in die Keynote von Dr. Stefan Gerhardinger © Christina Ponader

Die Veranstalter IHK Regensburg, Netzwerk Inklusion Landkreis Tirschenreuth, Landkreis Tirschenreuth und die Bildungskommunen (gefördert durch das BMBFSFJ) freuten sich über regen Zulauf: über 60 Unternehmer:innen und Fachstellen aus allen Branchen zeigten sich interessiert. Christina Ponader erläuterte als Leitung des Netzwerks Inklusion, dass die Idee für den Fachtag im „Runden Tisch Arbeit und Inklusion“ des Netzwerks entstanden sei. Dort sind alle relevanten beratenden und unterstützenden Stellen wie auch Arbeitgeber:innen und Bildungsträger vertreten, die etwas mit Teilhabeeinschränkungen jeglicher Art zu tun haben. Florian Rieder von der IHK betonte: „Der Fachtag soll praxisnah sein. Wir wollen Ihnen heute konkrete Anregungen und Impulse mitgeben.“ 

Der Nachmittag startete mit einem Angebot an Infoständen aus dem Themenfeld psychische Gesundheit: mit dabei waren der SPDi, die Medbo BKH Wöllershof, der Krisendienst Oberpfalz, die Grundschule Tirschenreuth und Mädchenrealschule Waldsassen als lokale Preisträger mit ihren Konzepten zu „Stärkung Lebenskompetenzen, Gesundheitsförderung, Prävention“, das Hospiz- und Palliativversorgungsnetzwerk Nordoberpfalz, für die Krankenkassen die AOK und als bisher neuestes Angebot die HSN-Ausbildung des Studienzentrums Josefstal.

In der Keynote von Dr. Stefan Gerhardinger, dem Leiter der Stabsstelle Betriebliches Gesundheitsmanagement des Caritasverband Regensburg, ging es um gesundheitliche und wirtschaftliche Daten, die Möglichkeiten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Bereich Mentale Gesundheit und das Angebot caritasGROW. Die Zahl der psychischen Erkrankungen und die Ausfalltage steigen seit Jahren an. Die Berufsfelder Pädagogik und Gesundheitswesen sind stärker betroffen als Verwaltung oder technische Berufe. Dennoch tritt das Phänomen branchenübergreifend auf. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist an dieser Stelle kein „nice to have“ mehr, sondern ein wichtiger Baustein und zur Senkung der Fehlzeiten in der Belegschaft ein bedeutsamer wirtschaftlicher Faktor.

Wie kann ein psychologisch gesundes Unternehmen aussehen? „Vor allem geht es um Haltung und Unternehmenskultur. Wie sieht es mit Kommunikation, Kooperation, Information, Fehler- und Konfliktkultur, wie auch Vertrauen und Wertschätzung aus? Die Aufgabenorientierung im Unternehmen muss sich mit der Beschäftigtenorientierung die Balance halten. Eine zentrale Stelle sind die Führungskräfte – es hängt daran wie gut sie qualifiziert und reflektiert sind, welchen Führungsstil sie haben und welche Haltung und Werte/Normen sie vertreten. Eine Abteilungsleitung nimmt immer ihre Krankenstände und die Arbeitsproduktivität der Abteilung mit bei einem Wechsel.“ Deswegen sei es wichtig ein Modell gesunder Führung zu etablieren und aktiv mit Problemen der Mitarbeiter:innen umzugehen statt sie laufen zu lassen. Wichtig sei auch die Sichtbarkeit des Themas im Unternehmen: Allein so kleine Bausteine wie ein Mental Health Ersthelfer als Anlaufstelle im Betrieb geben Sicherheit. Oder wie aus dem Publikum geäußert wurde: „Wir wollen ein Feel-Good oder Happiness-Management etablieren.“

In der Abschluss-Diskussionsrunde stellten die Teilnehmer:innen fest: Die Fakten und Vorschläge sind alle nicht revolutionär neu, aber die Bedeutung des Themas hat sich massiv verändert. Deswegen ist es immer wieder wichtig, sich aktiv mit dem Bereich Mentale Gesundheit auseinanderzusetzen und sich vor Augen zu führen, wo man hier gerade steht. Das gilt unabhängig von Unternehmensgröße und Branche. Der Fachtag gab hierzu gute Impulse und konkrete Vorschläge zum Weiterdenken.

 

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