Zum Hauptinhalt

Naturschutzfachkartierung im Landkreis Tirschenreuth abgeschlossen


Ein Experten-Team aus der Region hat 2023 und 2024 im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) über 600 Lebensräume von Tierarten-Gemeinschaften untersucht und 8000 Nachweise von Einzelarten zusammengetragen. Dabei ging es vor allem um Kreuzotter und Zauneidechse, den Feuersalamander und über 80 weitere Arten von Libellen, Tagfaltern und Heuschrecken.

Der Braunfleckige Perlmuttfalter ist im Landkreis Tirschenreuth mittlerweile selten geworden. Er lebt auf feuchten, extensiv genutzten Standorten. © Eberhard Pfeuffer

An ehemals bekannten Fundstellen wurde geprüft, ob die Arten noch immer vorkommen. Andere Flächen mit Eignung für gefährdete Arten wurden erstmalig untersucht. Aus der Vielzahl der Funde ergeben sich fundierte Beurteilungen einzelner Lebensräume und eine Einschätzung der Gesamtsituation. Vor allem bei den Tagfaltern wurden Rückgänge deutlich. Ines Langensiepen, Abteilungsleiterin Naturschutz am LfU fasst zusammen: „Rund ein Drittel der Arten, die in früheren Jahren aus dem Landkreis bekannt waren, wurden nicht mehr angetroffen wie Violetter Feuerfalter oder Braunfleckiger Perlmuttfalter. Doch es gibt auch Arten, deren Bestandssituation sich verbessert hat wie beim Bunten Grashüpfer und der Kleinen Binsenjungfer.“ Diese zierliche Kleinlibelle hat, wie andere Libellenarten auch, einen Schwerpunkt in der Waldnaabaue. In früheren Jahren war hier auch die Sumpf-Heidelibelle verbreitet, aktuell ist sie in diesem Bereich nicht mehr zu finden. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass eine differenzierte Betrachtung notwendig ist, um die Artenvielfalt in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Aus den Beobachtungen ergeben sich Vorschläge für Fördermaßnahmen, die einzelnen Arten und der Biodiversität insgesamt zugutekommen sollen. Landrat Hubert Schicker hebt hervor: „Uns helfen die Ergebnisse bei den fachlichen Entscheidungen zu Planungen, Eingriffen in die Natur und Fördermöglichkeiten für Grundeigentümer.“ 

Weiterführende Informationen
Die Naturschutzfachkartierung liefert aktuelle Daten zu bedrohten Tierarten in Landkreisen und kreisfreien Städten. Sie erfasst unter fachlichen Gesichtspunkten ausgewählte Flächen, aktualisiert dort vorhandene Artinformationen und schlägt Schutz- und Pflegemaßnahmen vor. Auflagen zum Schutz oder zur Bewirtschaftung sind nicht mit der Kartierung verbunden. Mögliche Einschränkungen ergeben sich ausschließlich aus bestehenden gesetzlichen Vorgaben. Die Ergebnisse werden zentral in einer landesweiten Datenbank gespeichert, vom LfU bayernweit koordiniert und auf Anfrage für Planungs‑ und Fördervorhaben bereitgestellt.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Webangebot unter: 

Naturschutzfachkatierung

Telefon