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Tirschenreuth GESUND betreut

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland verändert sich gerade massiv. Der medizinische Fortschritt, steigende Kosten und nicht zuletzt der Fachkräftemangel erfordern, dass sich das Krankenhaussystem, wie man es heute kennt, verändert. Dazu trägt nicht zuletzt die Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bei.

Jede Veränderung weckt bei den Menschen Angst vor einer Verschlechterung – das ist verständlich. Der Landkreis Tirschrenreuth hat deshalb  die Gesundheitsversorgung auf den Prüfstand gestellt. Im Fokus stand dabei die Notfallversorgung (Rettungswagen, Notaufnahme), denn die Frage "Wohin wende ich mich, wenn es schnell gehen muss?" braucht eine Antwort.

Das Ziel der Verantwortlichen im Landkreis ist es, die nötigen Veränderungen aktiv zu gestalten, damit

  1. die Menschen qualitativ bestmöglich medizinisch versorgt sind.

  2. die Notfallversorgung schnell und zuverlässig gewährleistet ist. 

  3. Tirschenreuth weiterhin ein Eckpfeiler der Gesundheitsversorgung in der Region ist.

Besseres Angebot für die Menschen

– das ambulant-stationäre Zentrum in Tirschenreuth

In den letzten Wochen und Monaten ist der Eindruck entstanden, als würde das Krankenhaus in Tirschenreuth geschlossen. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Denn mit dem Umbau vom stationären Betrieb hin zu einem ambulant-stationären Gesundheitszentrum wird das Angebot für die Menschen in der Region noch breiter. 

Der medizinische Fortschritt ermöglicht viele Behandlungen und Operationen, die bisher mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden waren, in ambulanter Weise. Das heißt für die Menschen: Sie gehen morgens zur OP und sind abends bereits wieder zu Hause bei ihren Liebsten. Die Nachsorge erfolgt beim Haus- oder Facharzt oder im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Standort Tirschenreuth. Für die Menschen bedeutet das ein Plus an Lebensqualität.

Während andere Länder (z. B. Dänemark, Portugal) schon eine Vielzahl an Operationen ambulant durchführen, steht diese Entwicklung in Deutschland erst am Anfang. Die Krankenhausreform des Bundes setzt auf diesen Trend, Tirschenreuth ist schon heute bereit dafür. Bis zu 2.500 ambulante Operationen sollen im Ambulanten Zentrum Tirschenreuth künftig pro Jahr erfolgen. Diese hohe Zahl ist heute bereits möglich, weil die OP-Säle  zwischen 2019 und 2021 umfassend saniert wurden. Im Rückblick eine lohnende 25-Mio.-Euro-Investition. 

Neben den ambulanten Operationen planen die Verantwortlichen die weitere Ansiedlung von Ärzten und Praxen. Schon heute gibt es im MVZ bereits eine Urologische und Neurologische Praxis, die die Kliniken Nordoberpfalz betreiben. Darüber hinaus sollen weitere Angebote geschaffen werden: Vom HNO über Gynäkologie bis zur Unfallchirurgie und Orthopädie gibt es bereits Planungen. Der Vorteil der Konzentration aller dieser medizinischen Angebote ist die enge Vernetzung mit dem ambulanten Zentrum, dem OP-Zentrum sowie dem Klinikum Weiden, das sein Fachwissen auf diese Weise einbringt. 

Eine weitere Säule ist die Notfallambulanz, die den Menschen eine Anlaufstelle in der Region bietet. Sie ist derzeit an Wochentagen von 8 bis 20 Uhr besetzt und am Wochenende und an Feiertagen von 9 bis 20 Uhr.

Notaufnahme erreichbar 

– 95 Prozent der Landkreisbürger fahren mit dem PKW weniger als 30 Minuten in die nächste Notaufnahme

Mit der Schließung der Notaufnahme in Tirschenreuth haben die Menschen die Sorge, lange Wege zur nächstgelegenen Notaufnahme zurücklegen zu müssen. Es wurde ermittelt, dass mehr als 95 Prozent der Landkreisbürger die Notaufnahmen in Weiden, Kemnath oder Marktredwitz innerhalb von 30 PKW-Minuten erreichen (Grundlage der Berechnung sind der ADAC Routenplaner sowie Google Maps). Teile des Marktes Bad Neualbenreuth und der Gemeinde Mähring weisen eine längere Fahrzeit auf.  

Übrigens: Zeitkritische Notfälle (Herzinfarkt, Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma sowie Polytrauma) werden bereits seit Jahren nach Weiden oder Marktredwitz gebracht, weil dort sowohl medizinische Geräte als auch das Personal für eine qualitativ hochwertige Behandlung verfügbar ist.  

 

Schnell beim Patienten

– Notfallversorgung für die Menschen ist entscheidend

Unabhängig von den Krankenhäusern und Notaufnahmen ist der Rettungsdienst zu sehen. Mit vier Rettungswachen im Landkreis ist die 12-Minuten-Frist (gesetzliche Vorgabe für die Zeit, bis der Rettungswagen beim Notfall eintrifft) im Landkreis überall erfüllt. 

Diese Versorgung konnte der Landkreis mit drei weiteren Rettungswagenstellplätzen (Griesbach, Neusorg, Wernersreuth) noch einmal verbessern.

 

Krankenhauslandschaft in Deutschland 

– ambulant vor stationär

Der medizinische Fortschritt ermöglicht immer bessere und komplexere Diagnosen. Die dazu erforderlichen Geräte sind teuer, brauchen qualifiziertes Personal in der Bedienung und müssen mit vielen Patienten ausgelastet werden. Letzteres bedingt einen höheren Einzugsbereich, der zu einer Zentralisierung der Krankenhauslandschaft führt. Darüber hinaus braucht es neue Konzepte, die dem Fachkräftemangel begegnen, um die Menschen auch in Zukunft möglichst hochwertig versorgen zu können.

Die Krankenhauslandschaft verändert sich: Viele Krankenhäuser, die bisher über das Land verteilt waren, konzentrieren sich in einem System, das größere Krankenhäuser im Zentrum mit Satelliten (spezialisierten Fachkliniken, ambulanten Zentren, MVZ etc.) verbindet und so die flächendeckende Versorgung sicherstellt.

 

Weitere Informationen:

KNO 2026