Zum Hauptinhalt

Beirat der grenzüberschreitenden Regionen tagt am Großen Arber


Landkreis Tirschenreuth zeigt sich dabei aktiv bei Zukunftsthemen / Grillmeier: "Zusammenarbeit liefert praktischen Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger"

Alle Verantwortlichen gemeinsam mit Arber-Maskottchen Arbaer auf dem Gipfel © Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat

Regen. Am Großen Arber kamen wieder Vertreterinnen und Vertreter der bayerischen Grenzregionen mit ihren tschechischen Partnern zusammen, um die Zusammenarbeit in der Mitte Europas weiter zu vertiefen. In der siebten Sitzung des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit standen konkrete Projekte zur Perspektive für die Grenzregion im Fokus – vor allem in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Notfallrettung. Damit leistet der Freistaat Bayern gemeinsam mit den beteiligten Kommunen einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung seiner Grenzregionen.

Der Beirat bringt regelmäßig Landräte, Bezirkstagspräsidentinnen und –präsidenten sowie Bezirkshauptleute aus den bayerischen Regierungsbezirken Oberpfalz, Oberfranken und Niederbayern zusammen. Ziel ist es, Impulse für eine grenzüberschreitende Kooperation zu setzen und die Anliegen der Grenzregionen – auch im Vorfeld anstehender Spitzentreffen zwischen dem Bayerischen Ministerpräsidenten und der tschechischen Regierung – gemeinsam pragmatisch zu bearbeiten und weiterzuentwickeln.

Schwerpunkte für den Landkreis Tirschenreuth

Für den Landkreis Tirschenreuth hat die grenzüberschreitende Zusammenarbeit einen spürbaren Mehrwert, betont Landrat Roland Grillmeier: „Unsere Grenzregion lebt vom Austausch und von gemeinsamen Perspektiven – durch konkrete Projekte in Wirtschaft und Infrastruktur schaffen wir echte Mehrwerte für die Menschen auf beiden Seiten der Grenze. Gerade im Bereich Gesundheit und in der Notfallversorgung können wir durch enge Kooperationen die Versorgungssituation verbessern. Dies ist nicht nur ein politisches Ziel, sondern ein praktischer Nutzen für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Ein zentrales Thema der aktuellen Beratungen ist die gezielte Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet. Vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen auf beiden Seiten der Grenze wird die Bildung von Versorgungsschwerpunkten diskutiert: Ziel ist es, durch Zusammenarbeit und abgestimmte Planung die medizinische Versorgung für Einwohnerinnen und Einwohner sowohl im Landkreis Tirschenreuth als auch in den tschechischen Nachbarregionen zu optimieren. Dies betrifft insbesondere die Krankenhausversorgung, den Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten sowie eine mögliche grenzüberschreitende Nutzung vorhandener Kapazitäten.

Auch die Bereiche Notfallrettung, Feuerwehr und Katastrophenschutz standen im Mittelpunkt der Gespräche. Obwohl bereits heute pragmatische und verlässliche Kooperationen bestehen, wurde deutlich, dass klarere gesetzliche Grundlagen wichtig sind, um im Krisenfall noch effizienter zusammenzuarbeiten. Landes- und Bundesebene können hier Impulse setzen, um reibungslose Abläufe über die Grenzen hinweg zu gewährleisten.

Darüber hinaus adressierten die Teilnehmenden die Zusammenarbeit in den Feldern Wirtschaft, Energie und Infrastruktur – von der Stärkung grenzüberschreitender Wirtschaftsbeziehungen über gemeinsame Energieprojekte bis hin zu Kooperationen im Verkehrsbereich. Konkrete Vorschläge, die aus den Beratungen hervorgehen, sollen in die bevorstehenden Gespräche auf landes- und staatlicher Ebene eingebracht und perspektivisch in Staatsverträge überführt werden.

Landrat Grillmeier unterstreicht die Bedeutung dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit: „Unsere Verantwortung als Landkreis geht über administrative Grenzen hinaus. Nur gemeinsam können wir den Herausforderungen des demografischen Wandels, der medizinischen Versorgung und der wirtschaftlichen Entwicklung wirksam begegnen. Die grenzüberschreitenden Netzwerke und Projekte, die wir hier entwickeln, sind wertvolle Bausteine für eine starke Zukunft unserer Region.“

Der Beirat der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ist ein zentrales politisches Forum, um die Interessen der Grenzregionen systematisch zu bündeln und auf hochrangiger Ebene zu verankern. Seine Sitzungen dienen der Vorbereitung übergeordneter politischer Treffen – darunter das Spitzengespräch zwischen dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem tschechischen Premierminister in den kommenden Wochen, bei dem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit erneut auf der Agenda stehen wird.

Telefon