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Grenzüberschreitender Muschelschutz: Projekt GLOBALMUS startet im Waldnaabtal


Im Januar 2026 ist das Interreg-Projekt GLOBALMUS (BYCZ08-239) angelaufen. Ziel des bayerisch-tschechischen Vorhabens ist der langfristige Schutz großer Süßwassermuscheln – insbesondere der stark bedrohten Waldnaabtal-Population der Flussperlmuschel.

Die Verantwortlichen und Beteiligten des Projekts rund um Landrat Roland Grillmeier bei ihrem Treffen in Falkenberg. © Elisabeth Frank, Naturpark Steinwald

Auf bayerischer Seite arbeiten der Naturpark Steinwald e.V., der Landschaftspflegeverband Tirschenreuth sowie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreis Tirschenreuth zusammen. Partner in Tschechien sind die Universität Südböhmen in Budweis und das Biologisches Zentrum der Akademie der Wissenschaften Tschechien. Bis Ende 2028 werden grenzüberschreitend Maßnahmen umgesetzt, die die Lebensbedingungen der seltenen Muschel nachhaltig verbessern sollen.

Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Punkte: 

  • aktive Aufwertung der Gewässerökosystemewissenschaftliche
  • Ursachenforschung (u. a. Temperatur- und Belastungsmonitoring)
  • Entwicklung eines angepassten Bewirtschaftungskonzeptes
  • Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Rund 712.000 Euro fließen im Rahmen des EU-kofinanzierten Projekts in die Region, vor allem in Maßnahmen im Waldnaabtal.

Ein zentraler Baustein läuft bereits: die Förderung der Bachforelle. Die Larven der Flussperlmuschel entwickeln sich mehrere Wochen in den Kiemen dieser Fischart — ohne sie kann sich die Art nicht fortpflanzen. Dazu werden Forelleneier direkt im Gewässer in speziellen Boxen aufgezogen, damit künftig ausreichend Wirtsfische vorhanden sind.

Landrat Grillmeier: „Naturschutz verbindet Europa vor Ort“

Landrat Roland Grillmeier begrüßt das gemeinsame Engagement: „Mit GLOBALMUS investieren wir ganz konkret in die Zukunft unserer Heimatgewässer. Der Schutz der Flussperlmuschel bedeutet immer auch den Schutz sauberer Bäche, stabiler Ökosysteme und damit unserer Lebensgrundlagen. Dass Bayern und Südböhmen hier eng zusammenarbeiten, zeigt: Naturschutz endet nicht an Grenzen.“

Die Flussperlmuschel zählt zu den am stärksten gefährdeten Tierarten Mitteleuropas. Veränderungen der Gewässer, Feinsedimente und steigende Temperaturen setzen den Beständen massiv zu. Das Waldnaabtal beherbergt eines der letzten Vorkommen in der Oberpfalz.

Durch die Kombination aus praktischen Maßnahmen, Forschung und Umweltbildung soll das Projekt nicht nur die Bestände stabilisieren, sondern auch langfristige Strategien für den Gewässerschutz in der Grenzregion entwickeln.

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