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Haushalt 2026: Landkreis Tirschenreuth senkt Kreisumlage deutlich und plant Rekordinvestitionen


Der Landkreis Tirschenreuth plant für das Jahr 2026 einen Haushalt mit Rekordvolumen. Gleichzeitig sollen die Städte und Gemeinden deutlich entlastet werden. Der geplante Hebesatz der Kreisumlage sinkt von 45,75 Prozent auf 40,5 Prozent. Damit liegt der Landkreis Tirschenreuth voraussichtlich nicht nur an der Spitze in der Oberpfalz, sondern sogar beim niedrigsten Kreisumlage-Hebesatz in ganz Bayern.

Der voraussichtliche Haushalt im Landkreis Tirschenreuth wurde in der letzten Sitzung des Kreisausschusses ausführlich vorgestellt.

Viele Städte und Gemeinden im Landkreis müssen dadurch im Jahr 2026 weniger Kreisumlage zahlen als im Vorjahr. Landrat Roland Grillmeier betont die Bedeutung dieser Entscheidung für die kommunale Ebene: „Mit der geplanten Senkung der Kreisumlage auf 40,5 Prozent entlasten wir unsere Städte und Gemeinden spürbar. Gleichzeitig investieren wir weiterhin konsequent in Schulen, Infrastruktur und wichtige Zukunftsprojekte. Diese Balance aus Entlastung und Investitionen ist entscheidend für die positive Entwicklung unseres Landkreises.“

Trotz der deutlichen Senkung der Kreisumlage rechnet der Landkreis Tirschenreuth im Jahr 2026 mit Einnahmen von rund 132,7 Millionen Euro aus der Kreisumlage. Ursache ist die stark gestiegene Umlagekraft der Städte und Gemeinden. Kreiskämmerer Manuel Enders stellte bei den Haushaltsvorberatungen im Kreisausschuss dar, dass insbesondere wirtschaftsstarke Kommunen zur positiven Entwicklung beitragen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Stadt Kemnath.

Allein aus Kemnath wird eine Umlagekraft von rund 84 Millionen Euro erwartet. Das sind etwa 35 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, obwohl der Hebesatz der Kreisumlage sinkt. Insgesamt kann der Landkreis dadurch rund 29 Millionen Euro mehr Einnahmen verzeichnen. Gleichzeitig werden die Städte und Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr mit Ausnahme der Stadt Kemnath um etwa sechs Millionen Euro entlastet.

Haushalt des Landkreises erreicht 182 Millionen Euro

Der geplante Haushalt des Landkreises Tirschenreuth umfasst im Jahr 2026 ein Gesamtvolumen von 182 Millionen Euro. Besonders stark wächst der Verwaltungshaushalt. Er steigt auf 168 Millionen Euro und liegt damit rund 30 Millionen Euro über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig steigen auch wichtige Ausgaben des Landkreises deutlich an. Ein besonders großer Posten ist die Bezirksumlage. Der Landkreis muss im Jahr 2026 rund 72 Millionen Euro an den Bezirk Oberpfalz abführen. Trotz eines gesenkten Umlagesatzes bedeutet dies Mehrkosten von rund 19 Millionen Euro.

Auch weitere Bereiche verursachen steigende Ausgaben. Dazu gehören Personalkosten, der Öffentliche Personennahverkehr sowie soziale Leistungen.

Die wichtigsten Positionen im Überblick

  • Personalkosten steigen auf 23,7 Millionen Euro. Grund dafür sind Tarifsteigerungen und zusätzliche Aufgaben für die Landkreisverwaltung.
  • Für den Öffentlichen Personennahverkehr ist ein Defizit von 4,1 Millionen Euro eingeplant. Im Vorjahr lag das Defizit noch bei drei Millionen Euro. Ursache sind unter anderem steigende Kosten beim BAXI sowie die Umsetzung des Nahverkehrsplans.
  • Für die Krankenhausumlage im bayerischen Gesundheitssystem werden 3,7 Millionen Euro fällig.
  • Im Bereich der Jugendhilfe bleibt das Defizit mit 9,4 Millionen Euro weiterhin hoch. Die Sozialhilfe verursacht ein Defizit von 2,4 Millionen Euro.
  • Zudem beteiligt sich der Landkreis an der Finanzierung der Kliniken Nordoberpfalz. Für die Jahre 2026 bis 2029 sind dafür 15,7 Millionen Euro eingeplant.

Landkreis profitiert von außergewöhnlich hoher Umlagekraft

Viele Kommunen und Landkreise in Deutschland kämpfen derzeit mit stark steigenden Kosten und begrenzten Einnahmen. Der Landkreis Tirschenreuth profitiert aktuell jedoch von einer besonders starken wirtschaftlichen Entwicklung. Nach Angaben von Kreiskämmerer Manuel Enders weist der Landkreis eine außergewöhnlich hohe Umlagekraft auf. Diese liegt aktuell sogar über der Umlagekraft der Landeshauptstadt München.

Diese Entwicklung ermöglicht es dem Landkreis, wichtige Investitionen umzusetzen und gleichzeitig die Städte und Gemeinden finanziell zu entlasten.

Investitionen in Schulen, Infrastruktur und öffentliche Einrichtungen

Der Vermögenshaushalt des Landkreises umfasst im Jahr 2026 14,2 Millionen Euro. Für Baumaßnahmen sind 7,3 Millionen Euro vorgesehen. Zu den wichtigsten Investitionsprojekten des Landkreises zählen mehrere große Infrastrukturmaßnahmen. Dazu gehört der Abschluss des Neubaus der Realschule Kemnath. Mit einem Gesamtvolumen von rund 75 Millionen Euro ist dies das bisher größte Bauprojekt des Landkreises. Ein weiteres zentrales Zukunftsprojekt ist der Neubau der Berufsschulwerkstätten in Wiesau. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Bis zum Jahr 2029 sind dafür bereits 24,6 Millionen Euro im Investitionsplan vorgesehen. Weitere Investitionen betreffen die Sanierung des Hallenbads in Tirschenreuth, für die insgesamt rund 21 Millionen Euro eingeplant sind.

Auch die Infrastruktur des Landkreises wird weiter ausgebaut. Dazu zählen der Neubau eines Kreisbauhofs in Tirschenreuth, eine Bauhof-Außenstelle in Ebnath, neue Freisportanlagen am Stiftland-Gymnasium sowie Investitionen in die Kreisstraßen. Landrat Roland Grillmeier betont die Bedeutung dieser Investitionen für die Entwicklung des Landkreises: „Wir investieren gezielt in die Zukunft unseres Landkreises. Gute Schulen, moderne Infrastruktur und attraktive Freizeitangebote sind wichtige Voraussetzungen für Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung.“

Schulden sollen reduziert werden

Trotz der umfangreichen Investitionen verfolgt der Landkreis Tirschenreuth weiterhin das Ziel eines langfristigen Schuldenabbaus. Für das Jahr 2026 ist keine neue Kreditaufnahme vorgesehen. Durch planmäßige Tilgungen wird der Schuldenstand um rund 2,8 Millionen Euro reduziert. Der Schuldenstand des Landkreises wird im Jahr 2026 voraussichtlich bei 58,7 Millionen Euro liegen.

Landrat Roland Grillmeier erklärt dazu abschließend: „Wir planen unseren Haushalt verantwortungsvoll und behalten die langfristige Entwicklung der Finanzen im Blick. Investitionen in Bildung und Infrastruktur bleiben notwendig, gleichzeitig arbeiten wir Schritt für Schritt am Abbau unserer Schulden.“

Der Kreistag des Landkreises Tirschenreuth wird den Haushalt 2026 voraussichtlich im April endgültig beschließen.

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